Berlin-Konzert

Vier fröhliche Briten - Django Django im Postbahnhof

Die britische Band Django Django beendet ihre Tournee in Berlin. Mit ihrer Musik wollen sie das Publikum vergessen lassen.

Die britische Rockband Django Django bei einem Konzert beim Dockville Festival

Die britische Rockband Django Django bei einem Konzert beim Dockville Festival

Foto: Jazz Archiv/Michi Reimers / picture alliance / Jazzarchiv

Giftgrün erstrahlt die Bühne, ein Ring dreht sich auf der Leinwand und Sänger Vincent Neff wackelt zu den ersten marschgleichen Tönen von „Hail Bop“, dem Lied, von dem es bei seiner Veröffentlichung 2012 kein Entrinnen gab.

Der Sänger von Django Django hat sich für sein bevorzugtes Shirt entschieden, schwarz-weiß gestreift, eine Mischung aus Klavierabdruck und Newcastle-United-Trikot. Im Juli in Paris hatte er es bei einem Open-Air-Konzert getragen, nur die Sonnenbrille war an diesem Mittwoch in Berlin im Postbahnhof nicht nötig.

Vergessen, was sonst umtreibt

2009 von vier Studenten gegründet, hat die Art-School-Indie-Band zwei Alben herausgebracht, in Großbritannien verkaufte der Erstling 100.000 Stück, in der dortigen Musikpresse, notorisch auf das nächste heiße Ding versessen, gilt die Gruppe als eine „der größten britischen Indie-Erfolgsgeschichten“, wie „NME“ schrieb.

„Wir wollen eine fröhliche Sache sein, die die Stimmung der Menschen aufheitert, sie sollen vergessen, was sie sonst so umtreibt“, hat Bassist Jimmy Dixon in einem Interview erzählt - einem Anspruch, dem die Band in jeder Minute ihres Konzerts gerecht wird.

„Free your Mind“

Durchgehend tanzbar, rauben sie rechts und links alles aus der Musikgeschichte zusammen, was zwischen Surf-Sound der 60er Jahre, Rave der 90er Jahre und spätem Britpop der Nuller Jahre an guter Laune zu finden ist. „I think I’ve heard that song before it ends up as a book“, singen sie in „Life’s a beach“ selbstironisch. Ein Lied, das klingt, als stamme es direkt aus den Hippie-Zeit.

Epigonal ist das alles nicht, sondern viel mehr ein Versprechen für die Zukunft der Popmusik, die sich stets neu zu erfinden weiß. Oder wie Vincent Neff es auf der Bühne direkter zu formulieren versteht: „Free your mind, your arse will follow.“

Heimspiel

Unterstützt wird Vincent Neffs Stimme durch reichlich Hall, im Zugabenteil kippt dann seine Stimme, Berlin ist die letzte Station der Europa-Tournee. Am Ende ist er komplett durchgeschwitzt, er fragt das Publikum, in welche Bar er heute Abend noch gehen kann.

Es wird ihm ein paar Tipps gegeben haben, denn wohin man auch hört, wird britisches Englisch gesprochen. Für Django Djnago war es ein Heimspiel in Berlin.