Neu im Kino

Warum es schlimm ist, immer jung und schön zu sein

„Für immer Adaline“ mit Blake Lively erzählt vom Fluch des Jungbleibens. Und davon, wie man Harrison Ford zum Schwitzen bringt.

Sieht gar nicht aus wie eine 107-Jährige: Blake Lively als Adaline

Sieht gar nicht aus wie eine 107-Jährige: Blake Lively als Adaline

Foto: Universum Film

Sie ist älter als die Golden Gate Bridge, doch wesentlich weniger zugänglich als San Franciscos berühmtestes Bauwerk. Adaline (Blake Lively) hat jegliche Verbindung zu den Menschen verloren, und das liegt an ihrem Alter, oder vielmehr daran, dass man es ihr nicht ansieht.

Denn aus einer zauberhaften 29-jährigen Dame, die im Frisco der 20er-Jahre das Leben genießt, wird nach einem Autounfall, bei dem ihr im Wasser treibender Körper von einem Blitzschlag erschüttert wird, eine frustrierte Frau, die alle zehn Jahre umzieht und eine neue Identität sucht.

Denn der Blitzschlag, so lehrt uns ein gelassener übergeordneter Erzähler, der auch für die unglaublichsten Phänomene in diesem faszinierenden Frauenfilm eine Lösung findet, hat Adalines DNS beeinflusst. Keine Alterung, keine Veränderung, gar nichts. Für immer 29.

Während ihre Tochter Flemming (u.a gespielt von Ellen Burstyn) durch die Jahrzehnte altert, bleibt Adaline allein. Mit ihrem Hund, ihren Umzügen, ihrer Angst vor Polizei und FBI, die ihrem Geburtsjahr 1908 nicht trauen, ihrer Sehnsucht und der Angst, die Wahrheit zu erzählen.

Großes Emotionskino

Bis sie dem liebenswerten Ellis (Michiel Huisman) begegnet, der ihr seine Eltern (Harrison Ford, Cathy Baker) vorstellt. Hier scheint ihr Geheimnis aufzufliegen.

„Für immer Adaline“ ist großes Emotionskino mit schönen Menschen in hübschen Kleidern. Ein Frauenfilm im besten Sinn ohne falsches Pathos und klebrige Symbolik, so zauberhaft wie möglich und so glaubhaft wie nötig.

Regisseur Lee Toland Krieger, seit„Celeste & Jesse Beziehungsstatus: Es ist kompliziert!“ auf Romantikdramen spezialisiert, weiß gekonnt auf der Gefühlsklaviatur zu spielen.

Hier mal eben die Magie des Kinos beschworen, als Adaline Ellis in ein leerstehendes Autokino mit künstlichem Sternenhimmel entführt. Und dort dann den souveränen Erzähler einsetzen, der mit Bildern aus der Vogelperspektive das unglaubliche Geschehen rund um Adalines Alterslosigkeit als humorloser Chronist erdet.

In diesem Rahmen bewegen sich die Schauspieler. Blake Lively agiert zauberhaft, Michiel Huisman etwas glatt und Harrison Ford so zerrissen wie nie. Ein Wunder – auch das.