Frühkritik

Villazóns Premiere an der Deutschen Oper lauthals gefeiert

Rolando Villazón hat Puccinis Operette „La Rondine“ in die verruchten 20er-Jahre verlegt. Das Regiedebüt wird gefeiert, Kostüme und Kulissen sind prächtig, das Orchester spielt vollmundig.

Foto: Joachim Fieguth/Digital

Eine treue Fangemeinde hat Startenor Rolando Villazón in Berlin. Lauthals gefeiert wurde er bei der Premiere an der Deutschen Oper, wo er mit Puccinis „La Rondine“ sein Regiedebüt gab.

Alle Beteiligen sahen sich bejubelt. Dabei geht es um nichts als die vergängliche Liebe, aber das in den prächtigsten Kulissen und Kostümen.

Villazón hat die Operette in die verruchten 20er-Jahre verlegt. Aber es ist eine typische Sängerregie: Wenn das Liebespaar singen will, hat alles Laszive auf Zehenspitzen zu gehen. Prüde geht es zu. Die Magda der Aurelia Florian, die zwischen den Männern steht, ist eine selten anmutige Frau.

Charles Castronovo ist der Schmachte-Tenor vom Dienst. Villazóns Lieblingsfigur ist auch schnell ausgemacht: Der junge Dichter Prunier darf die meisten Grimassen schneiden und mit den Armen fuchteln. Vollmundig spielt das Orchester der Deutschen Oper unter der Leitung von Roberto Rizzi Brignoli auf.