Sänger

DDR-Moderator und Kammersänger Reiner Süß gestorben

Er war an der Berliner Staatsoper engagiert und sang dort alle großen Partien. Einem Millionenpublikum wurde er aber mit seiner Show im DDR-Fernsehen bekannt. Nun ist Reiner Süß gestorben.

Foto: Soeren Stache / dpa

Der zu DDR-Zeiten populäre Opernsänger und beliebte Fernsehmoderator, Reiner Süß, ist tot. Kurz vor seinem 85. Geburtstag starb der Künstler am 29. Januar in einem Pflegeheim in Friedland (Mecklenburg-Vorpommern), wie sein Leipziger Verleger Mark Lehmstedt am Samstag bestätigte.

Mit seiner DDR-Fernsehsendung „Da liegt Musike drin“ erreichte der Kammersänger zwischen 1968 und 1985 ein Millionenpublikum. Als Moderator vereinte er Künstler der unterschiedlichsten Genres auf der Bühne. Klassik, Operette, Musicals, Volkslieder und Schlager hatten einen festen Platz in der Sendung des Bassbuffo.

Bis 1995 an der Staatsoper

Süß, geboren am 2. Februar 1930 in Chemnitz, wurde in Leipzig bei den Thomanern ausgebildet. Von 1959 bis 1995 war er Ensemble-Mitglied der Staatsoper. Er sang dort alle Partien des komischen Bassfaches sowie moderne Charakterrollen. So war er im „Rosenkavalier“ oder in den „Meistersingern von Nürnberg“ zu hören. Kritiker bescheinigten ihm eine große schauspielerische Leistung und würdigten ihn als Bass mit 100 Nuancen.

Bei Gastspielen trat quer in Europa auf. Auch nach seinem Abschied von der großen Bühne trat er noch auf, etwa als Frosch in der „Fledermaus“. 2010 veröffentlichte er zudem seine Memoiren – der Titel: „Da lag Musike drin“.