Berliner Musikszene

Radioeins-Musikchef Peter Radszuhn ist gestorben

Peter Radszuhn ist überraschend im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Musikchef des RBB-Senders RadioEins prägte über Jahre die Berliner Musikszene.

Er hatte Geschmack. Er war eine wandelnde Musikenzyklopädie. Er war immer wieder aufs Neue begeisterungsfähig. Und er verstand es, diese Begeisterung für populäre Musik und die Musiker, die sie erschaffen, seinem Publikum, seinen Hörern nahe zu bringen.

In der Nacht zu Sonnabend ist der Radioeins-Musikchef Peter Radszuhn überraschend im Alter von 60 Jahren gestorben.

Radszuhn, der gebürtige Berliner, hat das musikalische Profil des RBB-Senders Radioeins von Anfang an, seit 1997, geformt und geprägt. Mit markanter, prägnanter Stimme widmete er sich seinen Lieben und Vorlieben in der eigenen Sendung „Prime Cuts“, immer kompetent, immer persönlich, immer voller Enthusiasmus, als habe er gerade wieder die Zukunft des Rock ’n‘ Roll gesehen. Ein Musikjournalist mit großem Herzen für das Metier, dem er sein Leben lang verbunden war.

Immer ganz nah dran an der Szene

Germanistik hatte er studiert an der FU, doch schon 1978 gründete er die Berliner Rockband Tempo, deren Gitarrist und Sänger er war. In den 80er-Jahren arbeitete er für Musikverlage, in den 90er-Jahren ging er als Programmgestalter und Musikredakteur zum damaligen Sender Freies Berlin (SFB), wo er unter anderem für SFB2, Radio 4U und Radio B Zwei arbeitete. Seit 1997 leitete er die Musikredaktion von Radioeins.

Immer war Peter Radszuhn ganz nah an der Szene. Noch in der vergangenen Woche sah man ihn beim Konzert der Rock-Haudegen Allah-Las im Columbia Club. Auch seine „Prime Cuts“ liefen nach alter Gewohnheit im Radio.

„Wir sind geschockt und fassungslos“, so Radioeins-Programmchef Robert Skuppin. Zum Tod von Peter Radszuhn ändert Radioeins sein Programm und erinnert am morgigen Mittwoch, 22. Oktober, um 21 Uhr, auf dem „Prime Cuts“-Sendeplatz an ihn und seine Arbeit.

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