Auszeichnung

Debatte um Ehrenbürgerwürde für Herta Müller entbrannt

Der CDU-Politiker Michael Braun setzt sich dafür ein, dass die Nobelpreisträgerin Herta Müller die Ehrenbürgerwürde Berlins verliehen bekommt – doch der Senat hat sich offenbar dagegen entschieden.

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Die Ehrenbürgerwürde ist die bedeutendste Auszeichnung, die das Land Berlin vergeben kann. Auf Vorschlag "Berliner Kulturschaffender", wie es der CDU-Abgeordnete Michael Braun formuliert, war auch die in Berlin lebende Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller auf der Liste der Auszuzeichnenden gelandet.

Doch der Senat hat auf seiner Sitzung am Dienstag offenbar anders entschieden. Die Schriftstellerin soll nach Informationen Brauns nicht mit der Ehrenbürgerwürde, sondern "nur" mit der Ernst-Reuter-Plakette ausgezeichnet werden. "Völlig unverständlich" findet Braun das.

Die Ehrenbürgerwürde wird vom Senat im Einvernehmen mit dem Abgeordnetenhaus an Persönlichkeiten verliehen, die sich in hervorragender Weise um die Stadt verdient gemacht haben. Seit 1813 wurden 116 Personen zu Ehrenbürgern Berlins ernannt. Zuletzt ernannte am 11. August 2009 der Senat den Unternehmer und Mäzen Werner Otto zum Ehrenbürger Berlins.

Auch keine Entscheidung über Ehrebürgerwürde für Gauck

Erst in der vergangenen Woche stand die Beratung über die Ehrenbürgerwürde des Bundespräsidenten Joachim Gauck auf der Agenda der Senatssitzung. Wie aus informierten Kreisen verlautete, soll es im Falle des Bundespräsidenten keine abschließende Entscheidung des Senats geben.

Über die Ehrenbürgerwürde für Herta Müller soll es nach Aussage Brauns jedoch eine Entscheidung gegeben haben. "Obwohl bisher kaum Frauen auf der Ehrenbürgerliste stehen und der Berlin-Bezug unzweifelhaft gegeben ist, soll ihr diese Ehre nun nicht zuteil werden", kritisiert Braun.

Der CDU-Politiker hatte nach eigenen Angaben versucht, ein parteiübergreifendes Bündnis für eine Ehrenbürgerschaft zu bilden. Aus der Senatskanzlei hieß es lediglich: "Zu vertraulichen Vorgängen, und dazu gehören die Beratungen für die Ehrenbürgerwürde, gibt es keine Stellungnahme", so Senatssprecher Richard Meng.

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