Ausstellung „Evidence“

Der Künstler Ai Weiwei antwortet erstmals auf Fragen der Berliner

Hat er Angst? Wer hilft ihm? Kommt er noch nach Deutschland? Die Besucher der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau stellen sich viele Fragen. Die Berliner Morgenpost hat sie dem Künstler in Peking überbracht.

Foto: GOH CHAI HIN / AFP

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat sich den Fragen von Besuchern seiner Berliner Werkschau „Evidence“ gestellt. Da Ai Weiwei weiterhin keinen Pass hat und damit nicht ausreisen kann, brachte die „Berliner Morgenpost“ die Fragen von neun Besuchern zu ihm ins Atelier nach Peking. Die Ergebnisse der Aktion werden in der heutigen Sonntagsausgabe der Berliner Morgenpost veröffentlicht.

Die Besucher, die ihre Fragen auf Pappkartons festhielten und in die Kamera hielten, wollten sehr unterschiedliche Sachen von Ai Weiwei wissen. Ob er Freunde in China habe, ob er Angst um seine Familie habe, was er als erstes an der heutigen Gesellschaft verändern würde oder ob er gerne seine Werke im Berliner Gropiusbau sehen würde.

Auf die letzte Frage antwortete Ai Weiwei: „Ich hoffe sehr darauf, meine ausgestellten Arbeiten in diesem bekannten Bauwerk zu sehen. Ich hoffe auf die Gelegenheit, mich mit den Besuchern der Ausstellung auszutauschen. Ich wünsche mir, dass dies noch vor Ende der Ausstellung möglich sein wird.“ Und auf die Frage, ob er Angst um seine Familie hat: „Ich sorge mich um meine Familie ebenso, wie um meine Freunde und deren Familie.“

Die Ausstellung „Evidence“ läuft noch bis zum 7. Juli in Berlin. Sie hat schon jetzt über 111.000 Besucher und ist damit sehr erfolgreich.