Musikpreis

Ralf Hütter nimmt für Kraftwerk Ehren-Grammy entgegen

Der Grammy gilt als höchste internationale Auszeichnung in der Musikbranche. Kraftwerk, die Düsseldorfer Band, sind die ersten Deutschen, die für ihr Lebenswerk diesen Ehrenpreis erhielten.

Foto: Michael Buckner / WireImage

In einer speziellen Zeremonie hat Gründungsmitglied Ralf Hütter von Kraftwerk den Ehren-Grammy in Los Angeles entgegen genommen. Für Künstler ist es ein Ritterschlag: Der Grammy gilt als die höchste internationale Auszeichnung in der Musikbranche. In der Regel werden die kommerziell Erfolgreichsten des Vorjahres prämiert.

Bei den Ehren-Grammys, die von der Akademie in Los Angeles bereits vorab verkündet sind und am Tag vor der glamourösen Verleihung der Jahressieger vergeben werden, gelten andere Kriterien.

So heißt es in der Begründung für den Grammy für Kraftwerk: „Diese verblüffend einzigartige und talentierte Gruppe hat einige der herausragendsten und einflussreichsten Stücke der Musikgeschichte geschrieben. Ihr Vermächtnis ist legendär und zeitlos, und ihre Kreativität wird weiter die Generationen beeinflussen und inspirieren.“

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Ungebrochen sei der immense Einfluss, den Kraftwerk seit Veröffentlichung von „Autobahn“ auf die Musikwelt genommen hat. Mit seinem Stil habe Kraftwerk Künstler wie Björk, Blondie, David Bowie, Daft Punk und Depeche Mode inspiriert, heißt es in der Erklärung der Recording-Academy, die die Grammys vergibt. Und die Liste der Künstler, die sich auf den Einfluss durch Kraftwerk beziehen, ließe sich nahezu endlos verlängern.

Kraftwerk sind die ersten Deutschen mit diesem Ehrenpreis

Die Grammy-Akademie würdigt an diesem Tag ebenso die Beatles als eine der „einflussreichsten Gruppen der Musikgeschichte“. Neben Kraftwerk und den Beatles erhalten auch der mexikanische Songschreiber Armando Manzanero, der Countrysänger Kris Kristofferson, die Funkband The Isley Brothers sowie – posthum – der Blues-Musiker Clifton Chenier und die Violinistin Maud Powell den Ehren-Grammy.

Kraftwerk, die Düsseldorfer Band, sind die ersten Deutschen, die diesen Ehrenpreis bekommen haben. Sie gelten auch den Amerikanern als Pioniere der elektronischen Musik. Denn sie wären einzigartig gewesen, heißt es, als sie 1971 ihr selbst-betiteltes Debüt veröffentlichten. Sie waren ihrer Zeit voraus, so die Recording Academy, eine Band, „die mit Alltagsklängen experimentierte und daraus minimalistisch-robotische Popmelodien arrangierte“.

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist 56. Verleihung der Grammys, bei dem Popsängerin Madonna (55) ihren Auftritt angekündigt hatte. Sie selbst gewann 7 Mal den Grammy. Ebenfalls in letzter Minute hatten sich Trombone Shorty, die Country-Sängerin Miranda Lambert und der „Green Day“-Sänger Billie Joe Armstrong angemeldet. Zuvor waren bereits Stars und Bands wie Jay Z, Willie Nelson, Daft Punk, Stevie Wonder sowie die Ex-Beatles Paul McCartney und Ringo Starr angekündigt worden.