Berliner Bühne

Grundstein für Probezentrum am Deutschen Theater gelegt

Das Deutsche Theater in Berlin-Mitte bekommt ein neues Probezentrum nach Plänen der Architekten Gerkan, Marg und Partner. Es soll im Sommer 2015 in Betrieb genommen werden.

Foto: gmp Architekten

Ein Wohlfühl-Termin. Obwohl die Grundsteinlegung für das neue Probebühnenzentrum des Deutschen Theaters in Berlin draußen stattfand und auch deutlich länger als ein paar Minuten dauerte. Die Senatsbaudirektorin hielt eine euphorische, der Kulturstaatssekretär eine pathetische, der Intendant eine aufbauende und der Architekt eine optimistische Rede.

Dazu muss man wissen, dass ein Entwurf von Gerkan, Marg und Partner (gmp) realisiert wird. Dieses Architekturbüro hat auch den neuen Berliner Großflughafen geplant, bekanntermaßen läuft da nicht alles so, wie es laufen sollte, und auch deshalb betonte der Vertreter von gmp, dass man bei diesem Projekt im Budget und im Zeitplan liegen würde.

Ein bisschen später ist es ja schon geworden. Ursprünglich sollte ab Sommer 2012 gebaut werden, dann wurde das Projekt verschoben, weil andere Investitionen Priorität hatten, jetzt rechnet man mit Gesamtkosten von 12,5 Millionen Euro und einer Fertigstellung im Sommer 2015. In dem Gebäude auf dem Hof des Deutschen Theaters an der Schumannstraße in Berlin-Mitte entstehen drei Probebühnen samt Garderoben, Werkstätten, Büroräume und Lager- und Archivflächen.

Beim Entwurf für das DT einig

Auf den ursprünglich vorgesehenen Keller wurde zwischenzeitlich aus Kostengründen verzichtet, das dürfte auch den Vorteil haben, dass weder Grundwasser noch möglicherweise im Erdreich befindliche Bunker das Bauvorhaben wie bei der Sanierung der Staatsoper verzögern. Und anders als bei diesem Bauprojekt, wo Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und Kulturstaatssekretär André Schmitz ebenfalls in der Jury saßen und die eine etwas Modernes und der andere das Alte haben wollte, waren sich beide beim Entwurf für das DT einig.

Auch das trug zur guten Stimmung am Mittwochmittag bei. „Das Deutsche Theater ist ein hoch professioneller, äußerst engagierter und kooperativer Projektpartner, mit dem gemeinsam wir die großen Ansprüche an Funktionalität, Benutzbarkeit, architektonische Qualität und den Umgang mit den denkmalpflegerischen Herausforderungen des Umfeldes in harmonischen Einklang bringen konnten“, sagte Lüscher. Schmitz sprach von einem „generationsübergreifendem Projekt“ und einem „großen Tag für das Deutsche Theater“.

Eineinhalb Jahre müssen sich die Mitarbeiter noch gedulden, Lärm, Staub und (unterirdische) Ausweichquartiere ertragen, eine der derzeit angemieteten Probebühnen liegt im 3. Untergeschoss. Durch das neue Probebühnenzentrum „wird es gelingen, die Produktionsvoraussetzungen des Deutschen Theaters erheblich zu verbessern und angemessene Arbeitsbedingungen für das Ensemble und die Mitarbeiter zu schaffen“, sagte Intendant Ulrich Khuon, der seinen Wechsel vom Hamburger Thalia Theater nach Berlin an dieses Projekt geknüpft hatte. „Da hat er klug verhandelt“, kommentierte Regula Lüscher.