Tanzfestival

Tänzer aus aller Welt treffen sich für ein Festival in Berlin

Das größte Tanzfestival Deutschlands geht diesen Monat in Berlin über die Bühne. Zu „Tanz im August“ reisen Künstler aus aller Welt in die Hauptstadt. Unter ihnen sind die ganz großen Stars der Szene.

Foto: Andrej Lamut

Es ist nichts Geringeres als das größte internationale Tanzfestival in Berlin. Noch bis zum 31. feiert „Tanz im August“ sein 25-jähriges Bestehen - und Künstler aus aller Welt kommen dafür in die Hauptstadt. Darunter sind auch die Stars der Szene.

Zahlreiche Besucher kommen deshalb extra für das Festival ins Hebbel am Ufer in Kreuzberg. So wie Harmony (23). „Tanz macht Emotionen von anderen besser verständlich. Es beeindruckt mich, wie Tänzer ihre Gefühle durch Bewegung so gut ausdrücken können!“ sagt sie. Sie wartet auf den Auftritt der Choreographen Boyzie Cekwana und Panaibra Canda.

Die beiden Künstler setzen sich in ihrem gemeinsamen Programm mit dem Grenzkonflikt ihrer Länder auseinander – Südafrika und Mosambik. „Wir Afrikaner denken meist, es gibt keine großen kulturellen Unterschiede zwischen uns. Uns verbindet die Erfahrung des Kolonialismus. Erst beim genaueren Hinsehen bemerken wir wie unterschiedlich wir sind“, sagt der Südafrikaner Boyzie Cekwana.

Künstler überwinden in ihrem Programm Grenzen

Deshalb zeigen Cekwana und Canda mit ihrer Performance zeigen sie das Aufeinanderprallen der Kulturen ihrer beiden Nachbarländer, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Südafrika stand in der Kolonialzeit unter anglo-niederländischem Einfluss und wurde entscheidend durch die Apartheid geprägt. Mosambik war eine portugiesische Kolonie und wurde nach seiner Unabhängigkeit ein sozialistischer Staat.

Lange Zeit war der Austausch zwischen den beiden Nationen schon alleine deshalb kaum möglich, weil die Grenze wegen der unterschiedlichen Ideologien nur schwer passierbar war – auch heute ist das für die Einheimischen nicht ohne weiteres möglich. Dazu kommen kulturelle und sprachliche Barrieren.

Zeitgenössischer Tanz in Afrika

Früher war in Südafrika und Mosambik vor allem klassischer Tanz, ins besondere Ballett, verbreitet. Erst in den 90-ern entwickelte sich eine Plattform für zeitgenössischen Tanz, der die Rolle als „voice of the people“ - die Stimme der Bevölkerung - einnahm. „Heute ist diese Szene wieder geschrumpft, und zeitgenössischer Tanz wird nur von Tänzern selbst unterstützt“, sagt Panaibra Canda. Auf internationale Festivals zu fahren ist für sie deshalb umso wichtiger.

Jährlich kommen rund 18.000 Besucher, um das Festival „Tanz im August“ zu erleben - aus ganz Europa. Vor 25 Jahren war das noch nicht so. Berlin galt nicht als Anlaufpunkt für internationalen Tanz. Erst „Tanz im August“ konnte das ändern.

Internationale Tanz-Größen kommen nach Berlin

Über 200 Künstler bieten dieses Jahr ein besonders vielseitiges Programm. Sie stammen aus den verschiedensten Regionen der Welt. Denn in den letzten Jahren hat sich das Spektrum von zeitgenössischem Tanz stark erweitert und beschränkt sich nicht mehr auf die ehemaligen westlichen Tanz-Hochburgen. Neben Südafrika und Mosambik sind etwa auch Israel, Chile, Argentinien, die Philippinen und Slowenien vertreten.

Seit diesem Jahr hat das Festival eine neue Leiterin. Bettina Masuch versucht, einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft. Größen wie Trisha Brown, Tino Sehgal und Steve Paxton treten deshalb in diesem Jahr auf.

Die Festival-Besucher vor dem Hebbel am Ufer warten nun schon gespannt auf den Aufritt von Boyzie Cekwana und Panaibra Canda. "Ich habe Cekwana schon einmal in Potsdam gesehen. Er ist super!" sagt Harmony.