Der Schauspieler ist sauer über den Ausstrahlungstermin des Dokudramas „George“: „Im Sommer wird das kein Mensch sehen“. Dabei soll es doch extra das Highlight zu seinem 75. sein.

Das Verhältnis von Götz George und der ARD war eigentlich immer ein gutes. Das Erste hat ihn 1981 als „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski besetzt, eine Macho-Figur, die mit allen öffentlich-rechtlichen Verhaltenskodices brach und erst mal eine leidenschaftliche Debatte entzündete, aber diesem Schauspieler, der trotz aller darstellerischen Leistungen bis dahin sträflich unterfordert und übersehen worden war, endlich, mit 43 Jahren, einen späten, echten Durchbruch bescherte. Noch heute, im Rentenalter und lange nach seinem „Tatort“-Abgang, ermittelt George in einer eigenen Reihe. Beide, der Sender wie der Star, wussten eigentlich immer, was sie aneinander hatten.

Meckern über die „Bürokraten im Sender“

Aber jetzt gibt es Misstöne. George, auch sonst gefürchtet ob seines zuweilen scharfen Tons, ätzt gegen den Sender. Und zwar wegen des Ausstrahlungstermins des Doku-Dramas „George“, in dem er seine wohl größte Herausforderung bewältigt – und den eigenen Vater, Schauspiellegende Heinrich George, verkörpert. Der Film von Joachim A. Lang wird am 22. Juli auf Arte und zwei Tage später in der ARD ausgestrahlt. Just also, wettert George Jr. in der Zeitschrift „TV Spielfilm“, „wenn alle im Urlaub sind“. Er habe sogar bei den Senderverantwortlichen angerufen, um einen späteren Sendetermin auszuhandeln. Ohne Erfolg: „Im Oktober hat mein Vater Geburtstag, das kann man ja als Anlass nehmen. War nichts zu machen. Hat man mir zwar versprochen. Aber nicht gehalten.“ Irgendwann habe er dann aufgegeben. Grollt aber immer noch: „Die Bürokraten bestimmen die Sendeplätze. Im Sommer wird es kein Mensch sehen.“

Über jede Quote erhaben

Ist der gute Mann da nicht ein bisschen ungerecht? Schon richtig, der Geburtstag seines Vaters jährt sich am 9. Oktober zum 120. Mal. Aber am 23. Juli, just also zwischen den beiden Ausstrahlungsterminen, feiert Götz George selbst Geburtstag. Und zwar seinen 75. Klar, dass die ARD „ihrem“ Star da etwas ganz Besonders bieten will. Und etwas Besseres als „George“ könnte das gar nicht sein; noch dazu gekoppelt mit einer neueren „Schimanski“-Folge. Undank ist der Welt Lohn. Über Quoten muss sich der Star eigentlich keine Gedanken machen. Auch die Filme zu seinem 70. fanden große Beachtung. Fakt aber ist: Der Schauspieler fährt selbst gerade in Urlaub.