Fusions-Pläne

Das Deutsche Symphonie Orchester wehrt sich

Volker Blech

Unruhe herrscht in Berlins Orchesterlandschaft. Im Deutschen Symphonie Orchester (DSO) regt sich Widerstand gegen eine Zusammenlegung mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB). Dazu gaben Orchester und Chefdirigent nun eine Erklärung ab.

Das Deutsche Symphonie Orchester (DSO) und sein Chefdirigent Ingo Metzmacher haben gegen eine drohende Fusion des Ensembles mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) protestiert. Entsprechende Pläne des Deutschlandradios als Hauptgesellschafter beider Orchester seien „inakzeptabel“, hieß es in einer Erklärung. „Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass durch die Fusionierung zweier erstklassiger Orchester ein noch viel besserer Klangkörper entstehen könne.“

Nach Informationen von Morgenpost Online wird die Fusion auf Drängen der beiden Mehrheitsgesellschafter Bund und Deutschlandradio vorangetrieben. Die Modalitäten sollen noch vor Weihnachten mit den Orchestergremien diskutiert und verkündet werden. Das neue Orchester soll der derzeitige RSB-Chefdirigent Marek Janowski leiten. Das DSO sucht derzeit einen Nachfolge für Chefdirigent Ingo Metzmacher.

Die beiden Orchester sollen unter dem Dach der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (ROC Berlin) vorgeschlagen. Angesichts knapper Kassen müsse aus beiden Orchestern ein „exzellenter“ Klangkörper gebildet werden, sagte Deutschlandradio-Intendant Willi Steul am Freitag . Das Deutschlandradio ist mit 40 Prozent an ROC beteiligt. Weitere Gesellschafter sind der Bund, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Die SPD forderte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auf, Stellung zu beziehen. Noch jüngst habe Neumann im Kulturausschuss des Bundestages Kürzungen ausgeschlossen. „Nun muss sich zeigen, was dieses Versprechen wert ist,“ sagte der kulturpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Siegmund Ehrmann.