Restauriert

Berlinale zeigt "Metropolis" in Originalfassung

Fast genau 93 Jahre nach der Premiere ist Fritz Langs Stummfilm „Metropolis" wieder in der Originalfassung in Berlin zu sehen. Nach dem Fund eines Negativs vor einem Jahr ist der Film restauriert worden. Die Berlinale bietet nun kommendes Jahre den passenden Rahmen für eine erneute Premiere mit großem Orchester.

Fritz Langs Originalfassung des Stummfilmklassikers "Metropolis" von 1927 kehrt bei der Berlinale 2010 auf die Kinoleinwand zurück. In einer Galavorstellung am 12. Februar im Friedrichstadtpalast werde die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte Fassung des Films 83 Jahre nach Uraufführung Premiere feiern, teilte die Berlinale mit. Nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin begleitet. Gleichzeitig findet am 12. Februar die Uraufführung auch in der Alten Oper Frankfurt am Main statt, begleitet vom Staatsorchester Braunschweig.

Über Jahrzehnte hinweg galten entscheidende Teile des Films als verschollen. Durch den Fund eines 16-Millimeter-Negativs in Buenos Aires im vergangenen Jahr und die aktuelle Restaurierung kann "Metropolis" nun in der ursprünglichen, um mehr als 30 Minuten längeren Fassung, nahezu vollständig restauriert gezeigt werden. 2001 wurde "Metropolis" als erster Film in das Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen.

"Kaum ein anderer deutscher Film hat die Filmgeschichte so bewegt und geprägt wie Fritz Langs 'Metropolis'. Es ist eine besondere Freude und Ehre, dass wir die restaurierte Originalfassung dieses legendären und stilbildenden Filmklassikers beim 60. Festivaljubiläum präsentieren können" sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), der das Restaurations-Projekt mit 200.000 Euro unterstützt hat, freut sich über diese Wiedergeburt eines Klassikers der Filmgeschichte. "Er steht symbolisch für die Tradition und die hohe Qualität des deutschen Filmerbes", das bewahrt und gepflegt werden müsse.

Die Verstümmelung des Monumentalfilmes hatte unmittelbar nach der Premiere am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo begonnen. Die von der Filmprüfstelle mit einer Länge von 4189 Metern genehmigte Fassung lief dort vier Monate ohne Erfolg, weshalb die Ufa den Film zurückzog und eine gekürzte Fassung mit einer Länge von 3241 Metern für den landesweiten Start herstellte.

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