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U2 begeistern Tausende am Brandenburger Tor

| Lesedauer: 3 Minuten
S. Kittel und K. Beyer
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U2 begeistert Tausende Fans

Es ist derselbe Ort wie vor bald 20 Jahren, es ist dieselbe Musik: Die irische Rockband U2 spielte ein umjubeltes Gratiskonzert am Brandenburger Tor. Während alle mitsingen, erscheint das Wort „Freedom" auf dem Brandenburger Tor. Freiheit.

Video: Reuters
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Es ist derselbe Ort wie vor bald 20 Jahren, es ist dieselbe Musik: Gitarrist David Howell Evans, Bassist Adam Clayton und Schlagzeuger Larry Mullen Junior und Leadsänger Paul David Hewson, genannt Bono. Die irische Rockband U2 spielt ein umjubeltes Gratiskonzert am Brandenburger Tor.

Es beginnt mit dem Hit „One“ – kurz nach 19 Uhr. Während alle mitsingen, erscheint das Wort „Freedom“ auf dem Brandenburger Tor. Freiheit. Es ist fast wie vor beinahe 20 Jahren, als U2, die weltbekannte irische Rockband, hier schon einmal auftrat.

Ihr Sänger Bono sagt allerlei freundliche Dinge über Berlin: „Happy Birthday, Berlin“ oder „Ich liebe Berlin“ – und leitet über zum rockigen „Magnificent“ – dem kämpferischen „Sunday, bloody Sunday“ – und schließlich dem fröhlich lauten „It's a beautiful day“.

Die Fans auf dem Pariser Platz sind textsicher, singen mit, klatschen und jubeln. Bei „Sunday, bloody Sunday“ bekommt Bono Unterstützung vom Rapper Jay-Z – und ruft alle Zuhörer auf, für ihre Rechte zu kämpfen.

Die Berliner, die ihr Brandenburger Tor ohnehin durch das „Festival of Lights“ schon in allen Farben kennen, bekamen von Bono noch einige neue Farben und Formen geboten: Punkte, Hammer und Sichel sowie Sterne in allen Größen.

Und natürlich bleibt es nicht bei vier Liedern. Zwei Zugaben spendierten U2. Joachim Linde, 43-jähriger Würzburger, freut sich über das ungeplante Erlebnis während seines Berlin-Besuchs: „Es ist ein starkes Zeichen, dass die Jungs hier spielen. Sie wissen die Geschichte zu würdigen. Das überträgt sich auf die Fans, das ist spürbar.“

1990 standen U2 auch am Brandenburger Tor. Die vier Iren waren gerade mit Aufnahmearbeiten für ihr Album „Achtung Baby“ in Berlin, ihre Musik passte in die Zeit. Bassist Clayton erzählt, dass sie nicht aus politischen Gründen in der Stadt waren, sondern „um die Stadt noch so zu erleben, wie sie ist, bevor alles anders wird“.

Noch vor dem Konzert sagte U2-Manager Paul McGuinness: „Es dürfte ein großer Spaß werden.“ Doch bevor der beginnen kann, gibt es noch ein wenig Ärger.

MTV hatte zwar vor gefälschten Ebay-Tickets gewarnt, aber einige hatten sich wohl trotzdem Hoffnungen gemacht. Insgesamt sollten 10.000 kostenlose Eintrittskarten über das Internet verschenkt werden.

Gegen 19 Uhr zählt die Polizei etwa 9000 Zuschauer. Ursprünglich war nur ein einziger Zugang zum Konzert vorgesehen, aufgrund der „überschaubaren Lage“ werden dann aber zum Glück weitere Eingänge freigegeben.

Richard aus Rotterdam freut sich – aber am meisten nicht für sich, sonder für seinen alten Freund Ric. Beide stehen nebeneinander an der Absperrung vor dem Brandenburger Tor und warten auf ihre Lieblingsband U2. „Eigentlich hatten wir im vergangenen Jahr schon Karten für ein anderes Konzert, aber dann bin ich plötzlich krank geworden“, sagt Ric. „Jetzt ist es doppelt schön, eine Karte bekommen zu haben und heute hier sein zu können.“

Eine Hürde, die all die anderen Fans auch überwinden müssen. Aber kurz vor dem Konzert stehen sie alle fast selig nebeneinander: Richard und Ric, daneben Ingo aus Rosenheim, Ingrid aus Hamburg und Hilla aus Köln.

Fans aus ganz Deutschland und Europa. Sie alle haben vor einer Woche drei Stunden lang im Internet versucht, die Karten zu bekommen – und hatten Erfolg. Und am Abend des 5. November ist klar: Die Wartezeit hat sich voll und ganz gelohnt.