Festival

Ein Festival jenseits der Genre-Grenzen: „Ins Offene“

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Ulrike Borowczyk
Unter anderem bekannt aus „Mord mit Aussicht“: Meike Droste.

Unter anderem bekannt aus „Mord mit Aussicht“: Meike Droste.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Im Kühlhaus am Gleisdreieck begegnen sich Bildende Kunst, Tanz, Video und mehr. Mit dabei: Schauspielerin Meike Droste.

Klassik mit Coolness-Faktor findet man nicht unbedingt in altehrwürdigen Konzert- und Opernhäusern. Dort geht es eher traditionell zu. Dass es auch anders geht, zeigt „Ins Offene…!“, das Musik Festival 2.0. Initiiert und organisiert vom Pianisten und Künstlerischen Leiter Nikolaus Rexroth. Nicht nur die Location lässt dabei aufhorchen, sondern auch der interdisziplinäre Ansatz. Dafür hat Rexroth auch die Schauspielerin Meike Droste mit ins Boot geholt. Die 41-Jährige gehörte von 2006 bis 2013 dem Ensemble des Deutschen Theaters an. Dem Fernsehpublikum ist sie indes vor allem als Polizeimeisterin Bärbel Schmied in der kultigen Krimiserie „Mord mit Aussicht“ bekannt.

Meike Droste eröffnet am Mittwoch das Festival, das bis zum Sonnabend geht, gemeinsam mit Musikern der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Auf dem Programm stehen Shostakovich, Schönberg, Silvestro und Schumann. Und zwar unter dem Festival-übergreifenden Thema „Träume“. Weil sie es wichtig findet, dass Text und Musik zueinander passen, hat Meike Droste mit einem befreundeten Dramaturgen sorgfältig überlegt, was es für Texte und Gedichte gibt, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema auseinandersetzen. „Natürlich findet man da einiges in der deutschen Romantik, aber wir haben auch ein paar modernere Texte gefunden. Gedichte und eine kleine Erzählung von Kafka“, verrät sie.

Texte von oben und Musik von unten

Das unter Denkmalschutz stehende Kühlhaus am Gleisdreieck mit seinem in Stahlbeton gegossenen Industrial-Charme und seinen um ein Atrium gruppierten Galerien über mehrere Etagen ist akustisch der perfekte Ort dafür. „Ein wirklich toller Raum, der mit dem Hall unterstützt. Wir möchten ihn natürlich auch benutzen. Andernfalls könnte man ja für das Konzert einfach in ein Theater gehen,“ sagt Meike Droste. Sie könnte sich vorstellen, dass ein Text von weiter oben kommt, während die Musiker unten spielen. Oder, dass sich die Musiker auf verschiedene Etagen stellen.

Die vier Konzerte kombinieren Videoinstallationen, Bildende Kunst, elektronische Klänge, Tanz und Schauspiel mit klassischer Musik. Am vierten Abend wird mit „Tatort“-Kommissarin Margarita Broich eine weitere Schauspielerin lesen. Und zum Abschluss können alle Ticketinhaber einer Veranstaltung das Festival bei der Afterparty mit DJ Colambo und Dani Ramos ausklingen lassen.

„Wenn man etwas teilt, wird es mehr“

Meike Droste hat selbst eine klassische Klavierausbildung und schon in diversen Opernproduktionen mitgewirkt, unter anderem an der Staatsoper. Privat hört sie gern Klassik, aber auch viel Verschiedenes wie die die Beatles oder Leonard Cohen. Als ihr Nikolaus Rexroth von der Idee für „Ins Offene…!“ erzählte, war sie sofort Feuer und Flamme dafür. Der Versuch, die geschlossene Klassikwelt zu öffnen, unterschiedliche Genres und künstlerische Ausdrucksweisen miteinander zu verzahnen, gefällt ihr sehr: „Ich halte auch grundsätzlich im Leben viel davon, dass wir nicht getrennt, sondern zusammen sind. Nicht in einem romantischen Sinne, sondern weil ich finde, wenn man etwas miteinander teilt, wird es nicht weniger wird, sondern mehr.“

Kühlhaus Berlin, Luckenwalder Straße 3, Kreuzberg, Tickets und Info www.ins-offene.eu