Schwulenfilm

„Lonesome“ aus Australien: Allein zu zweien

Aus schnellem Sex wird bald mehr: Casey (Josh Laver, r.) kommt bei Tib (Daniel Gabriel) unter.

Aus schnellem Sex wird bald mehr: Casey (Josh Laver, r.) kommt bei Tib (Daniel Gabriel) unter.

Foto: Cinemien

Ein Schwuler aus der Provinz kommt in die große Stadt – das kennt man aus New York oder Berlin. „Lonesome“ aber spielt in Sidney.

Bist du ein echter Cowboy?, wird der junge Casey (Josh Lavery) auf einer Party gefragt. Nein, ist er nicht. Auch wenn er mit seinem Cowboyhut und seinem Gebaren so tut. Der junge Mann stammt aus tiefer australischer Provinz und ist per Anhalter nach Sidney gekommen. Wo er sich nur auf die Party geschlichen hat, um sich was zu Essen zu erschleichen.

Er sei gekommen, um einmal das Meer zu sehen, sagt er. Tatsächlich ist er eher vor einem Skandal zuhause mit einem verheirateten Mann geflohen. Und geht ins Meer, um allem ein Ende zu machen. Er wird aber gerettet. Und weiß nun nicht wohin. Bis er über eine Dating-App auf Tib (Daniel Gabriel) stößt. Was als schneller Sex und bloße Übernachtungsmöglichkeit gedacht war, erweist sich bald als mehr. Weil die beiden sich gar nicht so unähnlich sind.

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Der Trailer zum Film: „Lonesome“

Beide hatten noch nie eine Beziehung und sind auch nicht bereit dafür. Sie fühlen sich voneinander angezogen, können damit aber nicht recht umgehen und müssen sich ihre Unabhängigkeit beweisen. Weshalb sie sich schon bald wieder zu verlieren drohen.

Schwules Provinzei kommt in die große Stadt: Das kennt man schon aus Schwulenhochburgen wie New York, Paris, Berlin. Aus Sidney hat man das noch nicht gesehen. Regisseur Craig Boreham findet in seinem Film „Lonesome“ für Stadt wie Land schöne Kinobilder. Er geizt nicht mit Sexszenen. Das täuscht nicht darüber hinweg, dass manches vorhersehbar, auch redundant ist. Und doch punktet der Film durch das ehrliche Spiel seiner Darsteller.