Feelgood-Komödie

„Maria träumt“ – Ist das Kunst oder kann das weg?

| Lesedauer: 2 Minuten
Barbara Schweizerhof
Maria (Karin Viard) mit Kunst auf dem Fahrrad.

Maria (Karin Viard) mit Kunst auf dem Fahrrad.

Foto: Atlas Film

Eine Putzfrau entdeckt bei der Arbeit eine neue Welt für sich: „Maria träumt“ mit Karin Viard ist eine Feelgoodkomödie mit Anspruch.

Ob sie ihren Job liebt, wird Maria (Karin Viard) einmal gefragt. Sie antwortet zurückhaltend, wie es ihre Art ist. Viele würden denken, was sie tut, sei eine niedrige Tätigkeit, aber ihr mache das nichts aus. Man hätte so viel Einblick in das Leben und bleibe doch unsichtbar, das würde ihr gut daran gefallen. Maria ist Putzfrau.

Und „Maria träumt“ ist ein Film, der sie und ihren Job mal in ganz anderem Licht zeigt. Nicht aus der gewohnten Perspektive sozialer Bekümmertheit von wegen Niedriglohnsektor. Auch nicht aus der notorisch komödiantischen, in der man sich über Frauen mit Staubwedel lustig macht. In „Maria träumt“ geht es um die Liebe – zum Job, zur Kunst, zum eigenen Körper und auch um die zwischen Menschen.

22 Jahre Berufserfahrung hat Maria schon hinter sich, aber nur in Privathaushalten. Eine öffentliche Institution wie die Pariser „École des Beaux-Arts“ sei etwas ganz anderes, versichern die Kolleginnen, als sie den neuen Job beginnt. Staunend wie ein Kind bewegt sie sich anfangs durch die verschlungenen Korridore und prächtigen Säle mit den eigensinnigen jungen Menschen und ihrer noch eigensinnigeren Kunst.

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Der Trailer zum Film: „Marie träumt“

Natürlich räumt sie (eine Anspielung an die Anekdote um Joseph Beuys’ Fettecke) versehentlich ein Stück Butter weg, das eigentlich Kunst war. Eben noch rechtzeitig springt ihr Hausmeister Hubert (Grégory Gadebois) bei, der das Fett im Abfall gefunden hat. Auf Hubert schwören die Studenten: er macht, statt zu verbieten, Dinge möglich und packt sogar mit an, wenn es darum geht, für ein filigranes feministisches Kunstwerk Hunderte von Porzellan-Vulvas an roten Fäden aufzuhängen.

Eine mehrfache Verzauberung, die auch den Zuschauer bestrickt

Von Hubert ermutigt, nimmt auch Maria immer mehr Teil an der Kunst, die an diesem Ort entsteht - und die der Film wie aus Marias Perspektive rein sinnlich und ohne jede Herablassung zeigt. Ihre Augen öffnen sich, könnte man sagen. Was wiederum dazu führt, dass sie, obwohl glücklich verheiratet, auch Hubert in einem anderen Licht sieht.

Mit einer wunderbar sensiblen Karin Viard in der Hauptrolle,erzählt „Maria träumt“ nicht nur von einer mehrfachen Verzauberung, der Film bestrickt wahrsten Sinn des Wortes seine Zuschauer.

Komödie F 2022, 93 min., von Lauriane Escaffre und Yvo Muller, mit Karin Viard, Grégory Gadebois