Preußen-Stiftung

Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Reform beschlossen

| Lesedauer: 2 Minuten
Felix Müller
Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und Hermann Parzinger Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und Hermann Parzinger Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Der Stiftungsrat hat ein umfangreiches Paket auf den Weg gebracht, um die Einrichtungen der Stiftung zu stärken.

Der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat bei seiner Sitzung am Montag ein umfassendes Reformprogramm auf den Weg gebracht, um die 1957 gegründete Stiftung zukunfts- und konkurrenzfähiger zu machen. Wie Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und SPK-Präsident Hermann Parzinger erläuterten, soll die Stiftung zwar als Verbund erhalten bleiben, in Zukunft aber von einem Kollegialorgan geleitet werden. Dieses bestehe neben dem Präsidenten aus einem Vertreter der Staatsbibliothek, zwei Vertretern der Staatlichen Museen und jeweils einem aus dem Ibero-Amerikanischen Institut, dem Preußischen Geheimen Staatsarchiv und dem Staatlichen Institut für Musikforschung, die für jeweils vier Jahre in das Organ gewählt werden. Die Aufgabe des Vorstandes bestehe darin, die übergreifenden Themen in den Blick zu nehmen, so Parzinger.

Unter zentraler Verwaltung sollen demnach künftig nur noch übergreifende Bereiche wie Bauprojekte oder eine Rechtsabteilung stehen. Die Einrichtungen selbst sollen dagegen in ihrer Autonomie gestärkt werden, indem sie eigene Budgets und damit auch größere Handlungsspielräume erhalten. Damit soll, so die Direktorin des Kupferstichkabinetts, Dagmar Korbacher, auch an den wichtigen Standorten Dahlem, Kulturforum und Museumsinsel eine bessere Kooperation einhergehen. Die Kulturstaatsministerin sagte, auch eine Einbeziehung des Humboldt Forums in den Stiftungsverband werde erwogen. Korbacher sprach mit Blick auf die Ergebnisse von einer „enormen Öffnung von Handlungsspielräumen“, Parzinger von einem „wichtigen Tag“, Roth von „großer Zufriedenheit und Freude“.

Auch der Name wird zur Diskussion gestellt

Viel Euphorie also, während noch unzählige Detailfragen zu klären sind, auf die bis zum Sommer kommenden Jahres Antworten gefunden werden sollen. Den finanziellen Mehrbedarf zur Steigerung der Qualität des Angebotes unterstrichen alle Beteiligten. Auch der Name „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ soll der Kulturstaatsministerin zufolge dabei auf den Prüfstand gestellt werden, um die Einrichtung für ein breiteres Publikum attraktiver zu machen.

Hintergrund der Reformdiskussion ist ein Gutachten des Wissenschaftsrates. Dieser hatte im Sommer 2020 der SPK mit ihren rund 2000 Mitarbeitern, 15 Sammlungen und 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten bescheinigt, im internationalen Vergleich aufgrund überholter Strukturen nicht konkurrenzfähig zu sein und Defizite bei den Besucherzahlen und der Digitalisierung benannt.