Film

„Cloudy Mountain“: Hollywood-Blockbuster auf Chinesisch

Eberhard von Elterlein
Held am Helikopter: Geologe Hong Yizhou (Yilong Zhu).

Held am Helikopter: Geologe Hong Yizhou (Yilong Zhu).

Foto: KochFilms

Katastrophen-Blockbuster aus China, spektakulär und patriotisch: „Cloudy Mountain“ erzählt nicht nur von Erdbeben und Steinschlägen.

„Cloudy Mountain“ ist ein sehr interessanter Film aus China, weil er uns mit dem Katastrophenfilm ein Genre bringt, das wir bislang vor allem aus Hollywood kannten. Der Berg ruft jetzt also in einem abgelegenen chinesischen Gebirge.

Und er tut es mit Gewalt und so nachhaltig, als wolle er grummeln gegen den mächtigen Eisenbahntunnel, mit dem Ingenieurin Ding Yajung (Chen Shu) schon seit zehn Jahren natürlich unter gehörigem Druck von oben dieses Prestigeobjekt durch das unwegsame Gebirge jagt.

„Cloudy Mountain“: Vater und Sohn müssen Konflikt lösen

Doch Platten verschieben sich stündlich; Brocken fallen spektakulär in die tiefe, tiefe Schlucht; Hohlräume entstehen, in die ein Bus urplötzlich hinabstürzt.

So befinden wir uns in einem Handlungsstrang mitten in einem komplexen Höhlensystem, in dem Geologe Hong Yizhou (Yilong Zhu) und sein Vater Yunbing (Zhizhong Huang) erst ihre alten Konflikte lösen müssen, bevor sie die Buspassagiere ans Licht führen, während oberhalb die Großkopferten die Sprengung des Tunnels zur Rettung der nahen Großstadt diskutieren.

„Cloudy Mountain“: Todessturz mit Militärgruß

Regisseur Li Jun setzt dabei ganz genregemäß auf spektakuläre Kameraperspektiven, rasante Szenenwechsel und wenige melancholische Momente. Aber auch – ganz Hollywood – auf Patriotismus.

Wird dort gern auf die Flagge geschworen, ist es hier das Wohl der Partei und der Fleiß der Eisenbahnpioniere. Und der Todessturz vom Berg erfolgt brav mit einem letzten militärischen Gruß. Das macht den Film wohl abgründiger, als er sein möchte.