Film

„Shattered“: So nackig ist die Tochter von Veronica Ferres

Eberhard von Elterlein
Noch hat sie etwas an: Sky (Lilly Krug) verführt Chris Decker (Cameron Monaghan).

Noch hat sie etwas an: Sky (Lilly Krug) verführt Chris Decker (Cameron Monaghan).

Foto: Leonine

Hübsche Blondine verführt Techno-Nerd, um ihn dann zu quälen: An „Shattered – Gefährliche Affäre“ sind zwei Sachen bemerkenswert.

Nun, dieser Erotik-Thriller ar­beitet neben den üblichen Quälinstrumenten wie Bohrmaschine, Baseballschläger oder Stromkabeln vor allem mit dem Vorschlaghammer. Ja, „Shattered – Gefährliche Affäre“ ist eine Reminiszenz an Meilensteine des Genres aus den Achtzigern und Neunzigern: wie „Verhängnisvolle Affäre“ oder „Basic Instinct“.

Und gequält wird dabei mit Chris Decker (Cameron Monaghan) ein Techno-Nerd in seinem schicken Holz-Haus in den Bergen Montanas. Und das auch irgendwie zurecht, weil er ja von oben „herabschaut“ aufs einfache Volk da unten, wie zumindest der heruntergekommene Motelbesitzer Ronald (John Malkovich) meint.

„Shattered“: Hochhackig durch Blutlachen

Diesen Sozialneid führt auf brachiale Weise aber nicht er, sondern mit Sky (Lilly Krug) ein „blondes Gift“ aus – zunächst mit der Erotik ihres Körpers und danach mit der Brutalität einer Bestie, die mit gleichgültigem Gesicht und hochhackigen Stiefeln durch diverse Blutlachen stakst, nachdem sie Chris durch den Klau sämtlicher Daten zum Gefangenen im eigenen Smart Home gemacht hat.

Hätte also ein interessanter Film über Überwachung, Datenklau und den Verlust der eigenen Identität werden können – doch leider bewegt sich Regisseur Luis Prieto auf allzu konventionellem Niveau klassischer Erotikthriller mit seiner aufdringlichen Bildsprache, vorhersehbaren Handlung und dem penetranten Einsatz klassischer Musik als Antipol.

„Shattered“: John Malkovich überzeugt als Spanner

Bemerkenswert: Mit Lilly Krug gibt die Tochter von Mitproduzentin Veronica Ferres ihr ordentliches Hollywood-Debüt, wobei sie durchaus freizügig und sexy, aber nicht zu nackig agiert. Und John Malkovich verleiht seinem Spießer-Spanner im Trainingsanzug der Achtzigerjahre so viel Aura, dass die tatsächlich den ganzen Film trägt.