Hauptrolle Berlin

Karoline Herfurth springt bei „Hauptrolle Berlin“ ein

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Karoline Herfurth mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Foyer des Zoo Palastes.

Karoline Herfurth mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Foyer des Zoo Palastes.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Die Schauspielerin Karoline Herfurth spricht im Zoo Palast über ihren Film „Berlin’36“ und ihre sehr emotionale Rolle darin.

Eigentlich sollte Sebastian Urzendowsky am gestrigen Abend im Zoo Palast auf der Bühne stehen, um in der Morgenpost-Filmreihe „Hauptrolle Berlin“ über den Film „Berlin ’36“ zu sprechen. Aber dann war der Schauspieler verhindert. Spontan sprang stattdessen Karoline Herfurth ein – obwohl sie an diesem Tag bereits eine lange Interviewstrecke für ihren neuen Regie-Film „Einfach mal was Schönes“ (Kinostart: 17. November) hinter sich hatte.

Karoline Herfurth lernte Hochspringen, hat aber auch geschummelt

Beide spielten die Hauptrollen in diesem Film von 2009, der die unglaubliche, aber wahre Geschichte erzählte, dass die Nazis bei den Olympischen Spielen 1936 – weil die USA die Spiele sonst boykottiert hätten – eine jüdische Athletin in ihren Kader aufnehmen mussten, dann aber nach einer starken Konkurrenz suchten – und sie in einer Frau fanden, die eigentlich ein Mann war. Urzendowsky spielte die Rolle der Intersexuellen, Herfurth die von Gretel Bergmann, eine der erfolgreichsten Hochspringerinnen ihrer Zeit.

Es war eine hohe Messlatte, im wahrsten Sinn des Wortes, gibt Karoline Herfurth zu. Weil sie eigens für den Film das Hochspringen lernen musste. Was ihr auch half, in die Figur hineinzufinden, weil sie den Ehrgeiz hatte, immer höher und noch höher zu springen. „So hoch wie sie natürlich nicht“, gibt sie zu, „da haben wir viel geschummelt.“ Etwa mit einem Sprungbrett, das von der Kamera nicht gezeigt wurde.

Mehr zum Thema:So entstand der Film „Berlin ‘36“

Aber da war vor allem die große Verantwortung, eine historische Person zu spielen, die damals auch noch gelebt hat. Gretel Bergmann starb 2017 im seligen Alter von 103 Jahren. Zur Premiere des Films 2009 konnte sie nicht aus den USA nach Berlin reisen, weil sie bei ihrem Mann Bruno in New York bleiben wollte.

Aber Karoline Herfurth hat sie danach in New York besucht. Ihr war bewusst, dass sie aus dem Land kam, aus dem Bergmann einst hatte fliehen müssen. Aber die Sportlerin hat sie warmherzig aufgenommen. Es war, erinnert sich die Schauspielerin , für beide ein sehr emotionaler Moment.

Als Nächstes ist in der Reihe am 1. November das Biopic „Der Einstein des Sex“ über Magnus Hirschfeld zu sehen. Zu Gast ist Regisseur Rosa von Praunheim.