Film

Martin Suter im Film: Ein Autor steht neben seinem Werk

Der Schweizer Erfolgsautor Martin Suter mit einem seiner Bücher.

Der Schweizer Erfolgsautor Martin Suter mit einem seiner Bücher.

Foto: DCM

Eine höchst unkonventionelle Dokumentation über den Schweizer Bestsellerautor: „Alles über Martin Suter. Außer die Wahrheit“.

Schreiben ist Kopfsache. Es gibt daher nichts Langweiligeres als Schriftstellern bei der Arbeit zuzusehen. Am Schreibtisch, noch analog mit Füller oder am Rechner. Oder gar sinnierend ins Leere schauen. André Schäfer geht in seinem Dokumentarfilm über den Schweizer Erfolgsautor Martin Suter einen raffiniert anderen Weg. Der trägt denn auch den ironischen Titel „Alles über Martin Suter. Außer die Wahrheit“. Auch wenn der Titel dann doch das Einzige ist, was gelogen ist.

Aber Schäfer hat Suter nicht nur über einen Zeitraum von vier Jahren immer wieder besucht. Hat ihn nicht nur bei Lesungen, Konzerten des Liedermachers Stephan Eicher (für den Suter die Texte schreibt, aber auch die Mundharmonika spielt) oder privat begleitet.

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Der Trailer zum Film: „Alles über Martin Suter“

Schäfer stellt auch immer wieder Szenen von Suters Romanen nach. Die sind zwar fast alle längst verfilmt, man hätte einfach daraus Ausschnitte zeigen können. Aber Schäfer lässt Suter in diese Inszenierungen hineintreten, als stiller Beobachter, der selbst ein bisschen zu staunen scheint, was er da geschaffen hat. So sehen wir eben nicht ihn, sondern den Autor aus „Lila, Lila“ schreiben. Und Suter sieht gespannt zu.

Das ist eine von vielen liebevollen Ideen, die diesen Film so besonders machen. Und weshalb Suter sich Schäfer vielleicht auch so geöffnet hat. Zum Abspann singt Eicher „Weiß man wirklich mehr über Martin Suter? Was ist wahr, und was erfunden?“ Der Text stammt natürlich – von Suter.