Friedrichstadt-Palast

Die Gipsy Kings liefern in Berlin fetzige Flamenco-Kracher

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Ulrike Borowczyk
Die Gipsy Kings auf der Bühne (Archivbild).

Die Gipsy Kings auf der Bühne (Archivbild).

Foto: pa

Mit ihrem energetischen Mix aus Flamenco, Rock und Salsa begeistern die Gipsy Kings bei ihrem Konzert im Friedrichstadt-Palast.

Berlin. Fast wie ein Schlachtruf schallt es „Bamboléo. Bamboléa. Porque mi vida yo la prefiero vivir así“ aus über tausend Kehlen. Offenbar kennt jeder den Refrain auch 35 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch auswendig. Aber schließlich ist der ikonische Song der Gipsy Kings längst ein Klassiker. Ein Muss auf allen Tanzpartys. Und tatsächlich geht man auch live mit dem ganzen Körper mit, wenn die Flamenco-Pop-Band ihn oder einen ihrer zahlreichen Hits wie „Djobi djoba“ oder „Baila me“ anstimmt.

Im Friedrichstadt-Palast bedarf es noch nicht mal der obligatorischen Aufforderung „Clap Your Hands“, um das Publikum zum Mitklatschen zu animieren. Manch einem gelingt dabei sogar das typische, schnelle Klatschen des Flamencos. In jedem Fall aber ist überdeutlich, dass die Zuschauer definitiv mit den Gipsy Kings feiern und Spaß haben wollen. Ursprünglich hatten die Grammy-Preisträger geplant, im April in Berlin zu gastieren. Doch das Konzert wurde pandemiebedingt verschoben. Jetzt endlich bebt der Palast voller Lebensfreude im Flamenco-Takt.

Nur wenige Musiker bringen durch schnelles Gitarrenspiel die Saiten so zum Schwingen wie die Gipsy Kings. Und zwar mit einem energetischen Mix aus Flamenco, Rock und Salsa, genannt „Rumba Catalana”. Ein nachgerade massentauglicher, tanzbarer Flamenco-Stil, der seit Mitte der 50er-Jahre von der katalanischen Gitano-Gemeinde, also den spanischen Roma, Kein Wunder, dass bei diesem feurigen Klang kaum jemand stillsitzen kann.

Hervorgegangen sind die Gipsy Kings bekanntlich 1975 aus den südfranzösischen, spanisch-stämmigen Familien Reyes und Baliardo. Mittlerweile tritt Gründungsmitglied Nicholas Reyes mit der jungen Generation der Familien auf. Ihnen liegt der Flamenco eindeutig im Blut. Sie verweben die charakteristischen Rhythmen im rasanten Wechselschlag auf den Gitarren mit feinen melodischen Phrasierungen und Pickings zum einmaligen Sound der Gipsy Kings. Der hat Weltklasse. Damit klingt sogar der Oldie „Volare“ frisch und neu. Man weiß sofort, den hat man noch lange danach im Ohr. Nicht als Italo-Schnulze wie ehedem, sondern als fetzigen Flamenco-Kracher.