Film

Prinzessin stürzt ab: „Meine schrecklich verwöhnte Familie“

Eberhard von Elterlein
Roter Teppich für die Prinzessin: Stella (Camille Lou).

Roter Teppich für die Prinzessin: Stella (Camille Lou).

Foto: Telepool

Drei verzogene Kinder werden zu guten Menschen: Die Komödie „Meine schrecklich verwöhnte Familie“ ist so überdreht wie ihr Schauplatz.

Zurückhaltung ist nichts für ­Monegassen. Da schießen die Hochhäuser mit dem Reichtum in die Höhe, jeglicher Feinsinn wird mit dem Lamborghini schlichtweg plattgefahren und Distinguiertheit mit dem Champagner einfach weggesoffen.

Das gilt für die drei verwöhnten Kinder des Bauunternehmers Francis Bartek (Gérard Jugnot) genauso wie für diese Komödie über die Umerziehung der großkotzigen wie faulen Gören.

Da wären also Philippe (Victor Artus Solano), ein Fettsack mit skurrilen Geschäftsideen, die schöne Stella (Camille Lou) mit einer Argentinier-Parodie als Verlobtem und der Intellektuelle Alexandre (Louka Melieva), der seine Professorin nur im Bett statt im Hörsaal studiert.

Pralle Farben, übertriebene Mimiken

Um dieser neureichen Brut nun eine Lektion zu erteilen, lässt Bartek seine Kinder glauben, dass er pleite und von der Polizei verfolgt sei. Also geht es auf vom schicken Monte Carlo ins heruntergekommene Marseille, wo der schmarotzerische Nachwuchs auf einem vernachlässigten Familien-Landsitz nun das Arbeiten lernen muss – als Fahrradtaxifahrer, Kellnerin und Bauarbeiter. Aber auch dem stets abwesenden, verwitweten Vater beim Boule und Baguette seinerseits die Leviten liest.

Das sind dann auch schon die subtilsten Momente in Niclas Cuches Volldampfkomödie „Meine schrecklich verwöhnte Familie“, in der wir klebrigen Abziehbildern beim Trockenwerden zuschauen. Die Farben sind prall, die Mimiken übertrieben und die Schenkelklopfmomente exorbitant. Lässt sich am besten mit viel Sekt genießen, aber billigem. Das passt besser!

Komödie Frankreich 2022, 95 min., von Nicolas Cuche, mit Gérard Jugnot, Camille Lou, Victor Artus Solano