Konzert

Schiller begeistert auf Clubtour mit Klanglandschaften

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Ulrike Borowczyk
Das Musikprojekt Schiller mit seiner aktuellen Clubtour Metropolis.

Das Musikprojekt Schiller mit seiner aktuellen Clubtour Metropolis.

Foto: IMAGO/ArcheoPix / imago/Christian Grube

Die Soundkünstler von "Schiller" geben im ausverkauften Metropol im intimem Rahmen ein Konzert.

Vier Minuten, länger braucht es nicht, bis man sich in den suggestiven Klanglandschaften von Schiller verloren hat. Und nicht mehr daraus auftauchen möchte. Elektronischer Ambient vom allerfeinsten. Diesmal mischt sich in die filigranen Soundscapes von Schiller-Mastermind Christopher von Deylen der satte bis sanft groovende Beat eines Schlagzeugs. Synthesizer und Drums sind die vornehmliche Besetzung des Abends.

Eigentlich ist der Elektronik-Romantiker bekannt für seine großen Arena-Shows im spektakulären High-End-Light- und Laser-Design. Wie zuletzt bei seiner „Es werde Licht“-Tour, mit der er das 20-Jährige Jubiläum von Schiller gefeiert hat. Seit 1998 surft von Deylen bekanntlich international auf der Erfolgswelle. Über sieben Millionen verkaufter Tonträger, zahlreiche Hits und Auszeichnungen sind beredter Beweis dafür. Jetzt aber präsentiert sich der Soundkünstler im ausverkauften Metropol bei seiner Clubtour „Metropolis“ in ungewohnt intimem Rahmen.

Begleitet wird der Hamburger, der seit 2014 selbstgewählt heimatlos ohne festen Wohnsitz lebt, vom britischen Schlagzeuger Gary Wallis sowie den Sängerinnen Tricia McTeague und Sophie Hiller. Die perfekte musikalische Allianz. Selbstredend ist der Sound bei Schiller gewohnt exzellent und es gibt auch beim Club-Event eine ausgeklügelte Lichtshow.

Auf der Bühne wirbelt von Deylen zwischen Synthesizer-Tastatur und den Knöpfen seines Mischpults herum. Schafft mit unglaublichem, beinahe malerischem Gespür mitreißende Tracks, interpretiert nebenher die „Westend Girls“ der Pet Shop Boys Dancefloor-kompatibel und hochenergetisch. Der Hommage folgt wenig später eine weitere mit dem düsteren Erlöser-Song „Personal Jesus“ der Synthie-Götter Depeche Mode. Frenetisch gefeiert vom Publikum. Wie auch die Schiller-Klassiker „Ruhe“ oder „Das Glockenspiel“. Natürlich gibt es auch neue Songs vom aktuellen, elften Album „Sommer in Berlin“ wie „Miracle“ und „Metropolis“.

Der Mix aus elektronischer Pop-Musik und Instrumentalnummer, die mit ihren zuweilen ruhigen meditativen Melodien fast schon sphärisch-entrückt wirken, kommt bestens an. Zumal von Deylen bei seinen kurzen Moderationen regelrecht strahlt vor Glück, endlich wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Zudem noch im brodelnden Metropol quasi auf Tuchfühlung mit dem Publikum, dem er immer wieder von der Bühne zuwinkt. Die Fans genießen das Clubfeeling ebenfalls sichtlich. Fraglich, ob sie ihrem Star noch einmal so nahe kommen. Im Mai 2023 macht Schiller wieder Station in Berlin. Dann allerdings mit seiner nächsten großen Arena-Tour „Illuminate“.