Kunst

Kunstshow „Genius“: Mit den Augen von Leonardo da Vinci

| Lesedauer: 3 Minuten
Charlotte Bauer
Show „Genius“: Mit den Augen von Leonardo da Vinci

Show „Genius“: Mit den Augen von Leonardo da Vinci

Genius - eine interaktive Show zu einem der größten Genies aller Zeiten: Leonardo da Vinci

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Wie würde das Genie heute die Welt sehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab Freitag eine Kunstshow von Jeffrey Jah in Berlin.

Am Anfang ist alles dunkel, dann ertönt plötzlich laute Musik und eine Lichtershow erstrahlt an den Wänden. Beim Berühren der Leinwände leuchtet plötzlich ein Gewitter lauter bunter Punkte auf. Jeder Schritt auf dem Boden erzeugt ebenfalls ein Gewimmel von Lichtstrahlen. Dann wird es wieder kurz dunkel. Was folgt sind die Mona Lisa und weitere Kunstwerke von Leonardo da Vinci, die im Raum erstrahlen.

Am Freitag, 28. Januar, eröffnet die neue Show des amerikanischen Produzenten Jeffrey Jah. Dabei dreht es sich um die zentrale Frage: Wie würde Leonardo da Vinci die heutige Welt sehen? Durch den Einsatz interaktiver Tools sollen die Besucher dabei Teil der Show werden. „Ich bezeichne diese Show gerne als 3-D-immersiv, weil sie die Sinne der Menschen berühren wird und sie dadurch in der Lage sein werden, diese Berührung zu erwidern“, sagt Jah.

Besucher können interaktiv die Kunst erleben

Leonardo da Vincis Schaffen als Maler, Erfinder, Wissenschaftler und Astronom wird durch audiovisuelle Inhalte wiedergegeben, die sich aus Video-, Audio-, Touchelementen und Erlebnissen von künstlicher Realität zusammensetzen. So können die Besucherinnen und Besucher etwa über ihre Bewegungen und leichte Berührungen mit dem Finger auf der Leinwandselbst Lichterstrahlen auf den Gemälden Leonardo da Vincis erzeugen.

Dabei werden aber auch einige der wichtigsten aktuellen Fragestellungen und Herausforderungen thematisiert. Dazu gehören etwa der Klimawandel und Umweltverschmutzung. „Das sind große Themen dieser Zeit“, erklärt Jah. So sollen bei einer Installation lauter kleine Punkte den Müll in den Meeren symbolisieren. An den Wänden erstrahlen blaue Wellen, kleine Quallen schwimmen umher. Als Betrachter fühlt man sich, als wäre man direkt ins Wasser eingetaucht. Beim Berühren der Leinwände erleuchtet eine Vielzahl von kleinen Punkten, die wie ein Strom über die Oberfläche wirbeln.

Auch die Mona Lisa wird neu interpretiert

Von Meer geht es anschließend direkt weiter ins Weltall. Hier fliegt zwischen der Sonne, Erde und den weiteren Planeten ebenfalls Plastikmüll umher. „Damit will ich die Menschen zum Nachdenken anregen“, erklärt Jah. In seiner knapp einstündigen Show greift er aber auch weitere Themen wie etwa Konsum, Diversität und Inklusion auf. Das wohl bekannteste Bild von da Vinci, die Mona Lisa, hat er dementsprechend neu interpretiert. Bei der Installation ist das Frauengesicht mit dem eines Mannes ersetzt. „Das Undefinierte zu akzeptieren ist eine Eigenschaft, die man nicht so häufig findet. Eine verschwommene Linie lässt der Fantasie freien Lauf, um das auszugleichen, was das Auge nicht treffen kann. Es entsteht eine Welt voller Möglichkeiten, die Leonardo nicht fremd war“, steht neben dem Bild. Begleitet wird die Lichtshow mit Musik von dem DJ Sasha. Konzept und Design kommen von Leigh Sachwitz und ihr Studio flora&faunavisions. In Berlin wird die Show erstmals gezeigt. Die Vorführungen finden noch bis Ende diesen Jahres statt. Anschließend wird die Show bis 2025 an mindestens 12 weiteren Orten in Europa und in den USA zu sehen sein.