Fernsehen

Hape Kerkeling und der Rückzug vom Rückzug

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, Peter Zander
Es zieht ihn zurück ins Rampenlicht:  Hape Kerkeling.

Es zieht ihn zurück ins Rampenlicht: Hape Kerkeling.

Foto: Ursula Düren / dpa

Hape Kerkeling beendet seine Pause im Showgeschäft und meldet sich bei RTL zurück

Er war dann mal weg. Im Dezember 2014 hatte Hape Kerkeling zur Enttäuschung seiner Fans seine Karriere im Showgeschäft für beendet erklärt. Jetzt aber verkündet der Komiker, Moderator, Schauspieler, Sänger und Bestsellerautor schon wieder den Rückzug vom Rückzug. Kerkeling arbeitet gleich an mehreren Formaten für die Mediengruppe RTL, wie gestern bekannt gegeben wurde.

Demzufolge ist eine Serie mit ihm in der Hauptrolle geplant sowie zwei weitere Unterhaltungsformaten, die im nächsten Jahr zuerst auf dem Streamingdienst TV now und dann in den Sendern RTL und Vox ausgestrahlt werden sollen.

Ein erneuter Coup für RTL. Erst vergangenen Mittwoch wurde verkündet, dass Jan Hofer, der langjährige Chefsprecher der ARD-„Tagesschau“, nicht wie angekündigt in Rente geht, sondern Anchorman einer neuen Nachrichtensendung wird, die wochentäglich im Hauptabendprogramm von RTL laufen soll. Wenn bewährte Fernsehprominente treten wollen, gilt das offensichtlich nur so lange, bis RTL ihnen ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen können.

Ein Coup für RTL

Die Mediengruppe kann solche Personalien derzeit aber auch gut brauchen, nachdem Dieter Bohlen aus seiner Show „Deutschland sucht den Superstar“ geworfen wurde und der sich darüber wohl gänzlich mit RTL überworfen hat und selbst für eine letzte Sendung nicht mehr zur Verfügung stehen mag.

Kerkeling erklärte am Montag entsprechend, er freue sich sehr auf die Zusammenarbeit und versprach: „Wir haben da ein paar richtig schöne Ideen auf der Pfanne.“ Kerkeling hatte 2014 seinen 50. Geburtstag zum Anlass genommen, sich aus dem Showgeschäft zurückzuziehen.

Bis dahin war der Comedian einer der beliebtesten TV-Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen, fühlte sich aber zunehmend von seiner Figur des Horst Schlämmer, die er doch selbst kreiert hat, verfolgt. Manch einer soll gar nicht gewusst haben, wer eigentlich unter Schlämmers Schmuddelmantel steckte.

Zum 50. hatte das ZDF Kerkeling noch eine Geburtstagsshow gegönnt, die ironisch „Keine Geburtstagsshow“ hieß. Danach wollte der Entertainer nur noch einen Cameo-Auftritt in der Verfilmung seiner Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“ (2018) absolvieren. Dann ist er aber doch noch mal schwach geworden: In Joseph Vilsmaiers letztem Film „Der Boandlkramer und die große Liebe“ spielte Bully Herbig den Tod und überredete Kerkeling, den Teufel zu geben, wofür man ihm eigens eine Showeinlage ins Drehbuch schrieb.

Der Film sollte bereits im Dezember anlaufen, konnte aber wegen Corona noch nicht gestartet werden. Gut möglich aber, dass der nunmehr 56-Jährige so wieder Blut geleckt hat. Das Showbusiness macht halt doch höllisch Spaß. Und der alte Knabe muss wieder in die Studioluft.