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Betont divers: Die Kandidaten um die Oscars 2021

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Peter Zander
Am 25. April werden die Oscars verliehen. Am 15. März wurden die Nominierungen bekannt gegeben.

Am 25. April werden die Oscars verliehen. Am 15. März wurden die Nominierungen bekannt gegeben.

Foto: Matt Sayles / dpa

Am 15. März wurden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Der Favorit ist „Mank“, die Berlinerin Helena Zengel ist nicht im Rennen.

Wer macht das Oscar-Rennen? Ein Film über die Entstehung eines der größten Klassikers aller Zeiten? Oder ein Roadmovie über eine arbeitslose Amerikanerin, die als moderne Nomadin von einem Job zum nächsten fährt? „Mank“ oder „Nomadland“? Bei den Oscar-Nominierungen, die am gestrigen Montag ­bekannt gegeben wurden, ist „Mank“ von Kultfilmer David Fincher mit zehn Nominierungen der große Favorit, „Nomadland“ von Chloé Zhao kommt „nur“ auf sechs Nominierungen.

Aber das war beim Golden Globe Ende Februar ähnlich. Am Ende ging „Mank“ gänzlich leer aus, während „Nomadland“ zwei der wichtigsten Preise gewann: Bestes Drama und Regie. Bei den Oscars sind diesmal immerhin zwei Frauen für die Regie nominiert: Emerald Fennel für „Promising Young Woman“ – und eben Zhao: Es ist das erste Mal in der 93-jährigen Geschichte des Oscars, dass eine Regiedebütantin hier gelistet ist, noch dazu eine in den USA lebende Chinesin.

Auch sonst zeigt sich der Oscar sehr divers. Unter den acht Kandidaten um den Besten Film befindet sich das Politdrama „Judas and the Black Messiah“ um den Black-Panther-Aktivisten Fred Hampton (6 Nominierungen) und das Familiendrama „Minari: Wo wir Wurzeln schlagen“ (ebenfalls 6 Nominierungen) um koreanische Auswanderer. „Ma Rainey’s Black Bottom“ über schwarze Blues-Musiker ist fünf Mal gelistet, und deren Hauptdarsteller, der im August gestorbene „Black Panther“-Star Chadwick Boseman, wurde posthum nominiert.

Das große Schaurennen Kino versus Streamingportale

Der Oscar 2021, der am 25. April verliehen wird, ist aber auch ein Schaukampf zwischen klassischem Kino und Streamingportalen. Der Favorit „Mank“ und „The Trial of the Chicago 7“ (6 Normierungen) sind Netflixproduktion, Amazon ist mit „Borat 2“ und Sound of Metal“ (ebenfalls mit je 6 Nominierungen) vertreten. Auch der Western „Neues aus der Welt“ (4 Nominierungen) startete bei Netflix statt im Kino. Helena Zengel kann diesmal jedoch ausschlafen. Bei den Globes war die zwölfjährige Berlinerin als Nebendarstellerin nominiert, bei den Oscars wurde sie übergangen.

Das Politdrama „Und morgen die ganze Welt“, der deutsche Kandidat für den Auslands-Oscar, schied bekanntlich schon in der Vorrunde aus. Der deutsche Film kann sich dennoch ein bisschen Hoffnungen machen: Um den Auslands-Oscar buhlen „Quo Vadis, Aida?“ von der in Berlin lebenden Bosnierin Jasmila Žbanić, „Kollektiv - Korruption tötet“ des Rumänen Alexander Nanau und „The Man Who Sold His Skin“ des Tunesiers Kaouther Ben Hania, der auch beim Dokumentarfilm nominiert ist. Alle drei Filme sind deutsche Koproduktionen.