Ades Zabel & Company

Mit Edith den ganzen Januar Silvester feiern

"Mit Edith ins neue Jahr": In seinem neuen Livestream gibt sich das BKA-Theater gewohnt chaotisch und anarchisch.

Schrill und bunt geht es im BKA-Livestream zu.

Schrill und bunt geht es im BKA-Livestream zu.

Foto: Jörn Hartmann

Berlin. Es gibt einen Stoff, der Neukölln antreibt und durch den Lockdown bringt: Der Futschi! Das zumindest behaupten Ades Zabel & Company und liefern prompt das hochexplosive Rezept zum Kiez-Getränk. 80 Prozent Chantré (sprich: Schantreh) und 20 Prozent River-Cola. Der Cocktail muss unbedingt in einer Glasschüssel angerührt werden, weil sich die Ingredienzien gnadenlos durch jedes andere Material fressen. Schon der Geruch vernebelt das Gehirn. Ein perfektes Getränk für ausgelassene Partys, die man am nächsten Morgen samt möglicher Peinlichkeiten garantiert vergessen hat.

Kein Abend mit den Berliner Kult-Comedians ohne Hymne auf ihr Lieblingsgetränk. Ediths beste Freundin, Kneipenwirtin Jutta Hartmann, bekennt denn auch, dass man seit über dreißig Jahren ganze Shows darauf aufbaut. Wie die Silvester-Sause „Mit Edith ins neue Jahr“ im BKA-Theater. Seit gefühlten Äonen ein fester Bestandteil der Fans um die Jahreswende.

Coronabedingt begrüßt das Quartett die Zuschauer diesmal im Stream an den Bildschirmen. Mit einer live aufgezeichneten Premiere, die wie gewohnt so chaotisch und anarchisch ist, dass man glaubt, tatsächlich im Theatersaal dabei zu sein. Jederzeit online abrufbar zum Nachfeiern auf dem hauseigenen YouTube- und Facebook-Kanal. Wem die rund einstündige Silvester-Fete inklusive Countdown um Mitternacht gefällt, der wird von Ades Zabel aufgefordert, doch das freiwillige BKA Antivirus-Livestreamticket zu kaufen.

Die knalligen Choreographien zu funkigen Songs wie „Ain’t No Other Man“ von Christina Aguilera sind es in jedem Fall wert. Schrill, laut und fast schmerzhaft bunt zeigt sich die Blödel-Truppe dabei von ihrer besten Seite. Allen voran Ades Zabel in seiner Paraderolle als Neuköllner Hartz-VIII-Queen Edith Schröder. An seiner Seite die ewig junggebliebene Biggy van Blond als Leggins-Boutique-Besitzerin Brigitte Wuttke. Von Kopf bis Fuß in Leoprint gehüllt. Roman Shamov gibt als Quoten-Mann den prolligen Hinterhof-Charmeur Harry Weinfurz. Und Bob Schneider macht als Jutta Hartmann wieder einmal Edith glatt die Bühne streitig.

Mit steinharter Joan-Collins-Gedächtnisfrisur und ebensolchem Blick ist Jutta vor allem berühmt-berüchtigt für ihren untrüglichen Geschäftssinn. Auch mitten in der Pandemie bleibt sie findig. Gerade noch hat sie Futschi-to-go auf dem Tempelhofer Feld verkauft. Reißender Absatz! Bis das Geschäftsmodell behördlich untersagt wurde. Aktuell hält sie sich mit einem Impfzentrum in der Kneipe über Wasser. Ihr rollender Tresen steht indes erst mal auf der BKA-Bühne. Natürlich hofft Jutta, bald auch wieder mit ihrem zweiten Standbein, dem Comedy-Bus, loslegen zu können. Ihre Alleinunterhalter-Qualitäten unterstreicht sie schlagerträllernd und sambahüftschwingend mit „Einmal durch Neukölln“.

Selbstredend improvisiert das Quartett auch wieder in der Talk-Ecke. Die Ergebnisse sind mal mehr, mal weniger gelungen und landen meist irgendwo unter der Gürtellinie. Sehenswert sind in jedem Fall die Nebenwirkungen des russischen Covid-19-Impstoffs Sputnik, den sich Edith live verabreichen lässt. Sie mutiert zum „Erotik-Käfer“ im roten XXL-Catsuit. Ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst.

Informationen unter www.bka-theater.de; Stream unter Menüpunkt "Media"