Konzertabsagen

Coronavirus: Ein Sommer ohne Musikstars in Berlin

Konzerte werden nach dem Verbot von Großveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Das trifft auch Rammstein, Sting und Co.

Der britische Musiker Sting sollte in die Zitadelle Spandau kommen. Daraus wird jetzt nichts.

Der britische Musiker Sting sollte in die Zitadelle Spandau kommen. Daraus wird jetzt nichts.

Foto: Amy Harris / dpa

Berlin. Sting, der britische Sänger und Schauspieler, wollte ursprünglich Ende Juni in der Zitadelle Spandau auftreten. Das Konzert der „My Songs Tour“ ist jetzt in den Sommer 2021 verschoben worden, wie der Veranstalter mitteilte. Gerade purzeln bei den Ticket-Besitzern nach und nach die Absagen und Terminverschiebungen in die Email-Fächer.

Nach dem Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August, worauf sich Bund und Länder am Mittwoch geeinigt hatten, arbeiten Konzertveranstalter und Künstleragenturen weltweit daran, neue Tourneepläne zu erstellen und Termine für Berlin zu finden. Eine Verschiebung ist immer noch besser fürs Geschäft als eine Absage. Karten behalten dann ihre Gültigkeit, darüber hinaus gilt der Rückerstattungsanspruch.

Ein Musiksommer ohne Rammstein-Konzerte

Die Stars werden schon wiederkommen, aber es wäre so ein wunderbarer Konzertsommer in Berlin geworden. Zu den begehrten Megakonzerten gehörten die beiden Rammstein-Inszenierungen rund um Sänger Till Lindemann im Olympiastadion Anfang Juli. Rammstein wollte ab Mai eine Tour quer durch Europa machen. Aber das Reisen durch die Welt wird noch eine Weile unmöglich sein.

Davon betroffen ist auch die südkoreanische Boyband BTP, abgekürzt für Bangtan Sonyeondan, die ebenfalls im Juli im Olympiastadion im Rahmen ihrer „Map of the soul tour“ zwei Shows für ihre riesige Fangemeinde abliefern wollte. Das dritte Berliner Großereignis wären die fünf Konzerte von Seeed, der Berliner Dancehall-Formation, in der Freilichtbühne Wuhlheide im August geworden. Die Band hat bereits drei weitere Konzerte für die Waldbühne im September ausverkauft. In der Wuhlheide sollten auch „Die fantastischen Vier“ und Adel Tawil im Juni und Deichkind im August auftreten. Für alle große Veranstaltungsorte – drinnen wie draußen – waren populäre Stars und Idole aller Musikrichtungen angekündigt.

In den Sommerplanungen der Waldbühne fanden sich Namen wie Udo Lindenberg und Sarah Connor im Mai, Mario Barth, Foo Fighters, Iron Maiden und Taylor Swift im Juni. Die Europatour von Pearl Jam ist bereits offiziell ins Jahr 2021 verschoben worden. Im Juli sollten in der Waldbühne Björk, Céline Dion und Roland Kaiser, im August Lokalmatador Dieter Thomas Kuhn, Slipknot, Broilers und gleich zweimal Die Toten Hosen auftreten.

Das im Mai geplante Konzert der Sängerin Dua Lipa in der Mercedes-Benz Arena ist bereits auf den 26. Januar 2021 verschoben worden. Die Veranstaltungshalle war im Juni gebucht für die R&B-Sängerin Alicia Keys. Den klassischen Großkonzerten in Berlin droht leider der Totalausfall, weil kurzfristige Verlegungen unmöglich sind.

Traditionell begehen die Berliner Philharmoniker ihren Saisonabschluss in der Waldbühne. Das Programm „Von Göttern und Helden“ am 20. Juni sollte der gebürtige Venezolaner Gustavo Dudamel dirigieren. Stardirigent Daniel Barenboim präsentiert alljährlich im Sommer sein West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Musiker aus Israel und arabischen Ländern gemeinsam an den Pulten sitzen, ebenfalls in der Waldbühne. Für das Konzert am 15. August war sein Sohn Michael Barenboim, ein Geiger, mit angekündigt. Bereits vom 2. bis 6. Juli sollte auf dem Gendarmenmarkt das Classic Open Air stattfinden. Als Stargast des Festivals ist Howard Carpendale vorgestellt worden.