Coronavirus

Programmkinos schließen sich in der Not zusammen

Spendenaktion soll den 73 Leinwänden zugute kommen.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Nichts geht mehr in den Berliner Kinos, seit die Häuser wegen der Coronavirus-Pandemie schließen mussten. Für viele der Lichtspielhäuser eine prekäre Situation, die weitreichende Folgen haben könnte. Zu befürchten ist jetzt schon, dass einige kleinere Spielstätten dies nicht überleben könnten und es bei den verbliebenen zu einem Verdrängungswettbewerb auf dem ohnehin umkämpften Markt mit den großen Kinoketten kommen könnte.

Das Medienboard Berlin-Brandenburg hat deshalb ein sofort wirksames Nothilfeprogramm beschlossen. Die Prämien des diesjährigen Kinoprogrammpreises werden auf 1,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zusätzlich soll allen Kinos aus Berlin und Brandenburg, die sich für diesen Preis beworben haben, eine Soforthilfe in Höhe von 10.000 Euro zukommen. „Liebe KinobetreiberInnen aus der Hauptstadtregion“, so die Botschaft von Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Medienboards, „wir sind uns der großen Herausforderungen und Nöte bewusst und tun, was wir können, um Euch zu unterstützen, denn das Gemeinschaftserlebnis Kino muss in all seiner Vielfalt erhalten bleiben.“

Berlins Programmkinos starten Unterstützungskampagne

Gleichzeitig haben Berliner Programmkinos nun selbst eine gemeinsame Unterstützungskampagne initiiert. Auf Startnext rufen sie unter dem Motto „Fortsetzung: folgt“ alle Kinoliebhaber der Stadt dazu auf, ab 27. März die Berliner Spielstätten solidarisch zu unterstützen. „Wir machen Kino mit Herz, und dennoch sind wir alle auf unsere eigene Art sehr verschieden“, heißt es in dem Aufruf. „Wenn Euch diese Vielfalt wichtig ist, helft uns dabei!“

Bis zum 24. Juni sollen 730.000 Euro an Spendeneinnahmen zusammenkommen, so das Ziel. Eine Summe, die sich daraus ergibt, dass die Berliner Programmkinos über insgesamt 73 Leinwände verfügen und jedes von ihnen am Ende mit 10.000 Euro unterstützt werden soll. Der Berliner Regisseur Erik Schmitt, der mit seinem wunderbaren Berlin-Film „Cleo“ verzauberte, hat extra für die Kampagne einen Trailer gefilmt, der in Kürze auf der Webseite www.startnext.com/fortsetzungfolgt verfügbar sein soll.

Die Idee sei ganz solidarisch entstanden, wie Anne Lakenberg vom City Kino Wedding erklärt: Man sei untereinander ja durchaus vernetzt, jeder habe da mit jedem gesprochen. Das Ziel sei dabei flexibel. Auch wenn die avisierte Zahl nicht erreicht werden sollte, werden die Einnahmen solidarisch aufgeteilt. „Wenn mehr zusammenkommt, wäre das natürlich großartig. Das Geld wird dringend gebraucht.“ Gleichzeitig sei aber auch die Politik gefragt, schnell und unkompliziert finanzielle Unterstützung zu leisten.

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