Corona-Krise

Kino: Yorck-Gruppe bietet Filme zum Streamen an

Um Stammkunden bei der Stange zu halten, bietet die Berliner Yorck-Gruppe ihrem Abonnenten Filme zum Streamen für zu Hause an.

Das Kino International in Mitte ist geschlossen – Abonnenten können aber Arthouse-Filme 90 Tage kostenlos streamen.

Das Kino International in Mitte ist geschlossen – Abonnenten können aber Arthouse-Filme 90 Tage kostenlos streamen.

Foto: Peter Zander / BM

„We will be back“, prangen die Lettern, augenzwinkernd Arnold Schwarzeneggers legendären Spruch aus dem ersten „Terminator“-Film zitierend, über dem Portal vom Zoo Palast in Charlottenburg. „Geschlossen. Closed. Bis bald. See you soon“, steht im Schöneberger Odeon-Kino an der Stelle, wo sonst die Filmtitel angekündigt werden. Und „Take Care of each other“, („Gebt acht aufeinander“), ist im Kino International in Mitte zu lesen. Die Berliner Kinos mussten auf Anordnung des Senats im Zuge der Coronavirus-Einschränkungen schließen. Bis 19. April, wie es momentan heißt.

Aber Not macht erfinderisch. Die Yorck-Kinogruppe, zu der unter anderen das International und das Odeon gehören, wollen vor allem ihr Stammpublikum, das ein Dauerkarten-Abo hat, nicht verprellen – indem sie sich mit einem Streamingdienst zusammen tun. Streamingplattformen sind eigentlich Konkurrenz für die klassischen Kinos. Gerade die Yorck-Gruppe wehrt sich etwa gegen die rigide Verwertungspolitik von Netflix, die ihre Produktionen immer nur für wenige Tage in Kinos zeigt, um so ihre eigenen Plattform-Stars zu bewerben.

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Yorck hat sich mit dem Streamingportal Mubi zusammengeschlossen,

Nun hat sich Yorck aber mit dem Streamingportal Mubi zusammengeschlossen, das, wie die Kinogruppe, vor allem anspruchsvolle Arthouse-Filme im Angebot hat. Im Gegensatz zu großen Streamingdiensten hat der Konsument nicht die Qual einer übergroßen Auswahl, sondern kann zwischen 30 Filmen entscheiden. Jeden Tag wird ein neuer freigestellt, ein älterer verdrängt.

Normalerweise kann man Mubi kostenlos sieben Tage testen, bevor man einen Vertrag abschließt. Yorck bietet seinen Abonnenten nun einen kostenlosen Vertrag für 90 Tage an. Zurzeit sind dort etwa das oscar-nominierte „The Florida Project“ zu sehen, Chaplins Klassiker „Der große Diktator“, „Die Idioten“ von Lars von Trier oder auch „My 1. Movie“, der allererste Film von Christoph Schlingensief, den dieser im zarten Alter von gerade mal sieben (!) Jahren gedreht hat.

Aber auch Berlinale-Filme wie „Das Schweigen der Lämmer“, Fatih Akins „Gegen die Wand“, oder „Körper und Seele“ sind derzeit im Angebot. Die Yorck-Kinos haben die Aktion gestartet, damit Abonnenten in der Zwangspause „nicht auf gute Filme verzichten“ müssten. Weitere Aktionen sollen folgen, wenn die Kinos wieder regulär geöffnet sind.