Staatliche Ballettschule

Kommission prüft Vorwürfe gegen Berliner Ballettschule

Mobbing, Bodyshaming, Leistungsdruck - schwere Anklagen gegen die Staatliche Ballettschule Berlin, aber alle anonym. Was nun?

Der Weg zur Ballerina ist oft hart: Tänzerinnen proben beim 47. Prix de Lausanne. Wie wohl deren Ausbildung lief?

Der Weg zur Ballerina ist oft hart: Tänzerinnen proben beim 47. Prix de Lausanne. Wie wohl deren Ausbildung lief?

Foto: Valentin Flauraud / dpa

Die Staatliche Ballettschule Berlin kommt nicht zur Ruhe. Zwar wurden der Schulleiter Ralf Stabel und der künstlerische Leiter Gregor Seyffert Anfang der Woche freigestellt – so lange, bis die Vorwürfe geklärt sind. Anonym hatten Schülerinnen und Schüler der Schulleitung und dem Kollegium vorgeworfen, in der Schule sei ein Klima der Angst und des überbordenden Leistungsdruckes entstanden.

Es gebe Fälle von Mobbing und Bodyshaming, auch würden den Schülern zu wenige Pausen eingeräumt, um den Körper zu regenerieren. Eine Kommission prüft nun die Vorwürfe der Kindeswohlgefährdung, auch eine Clearingstelle wurde eingerichtet, an die sich die betroffenen Schüler wenden können.

Ballettschule Berlin: Viele Vorwürfe sind anonym

Bei einer Vollversammlung der Schule, bei der Christian Blume von der Senatsverwaltung für Bildung vor Schülerschaft, Kollegium und Eltern sprach, wurde das Dilemma deutlich. Gerade weil bislang die Vorwürfe alle anonym seien, sei es für die Senatsverwaltung schwierig, die Situation einzuschätzen. „Man greift so in Watte, hat keinen Zugang dazu“, heißt es in einem Tonmitschnitt der Vollversammlung, der ohne Blumes Wissen aufgenommen wurde.

Blume bat Betroffene dort, die Clearingstelle aufzusuchen. „Ich werde keine Namen erfahren“, beteuerte er. Mehrmals machte er deutlich, wie sehr er die Freistellung der beiden Schulleiter bedauere, er bedankte sich ausdrücklich für deren Arbeit. Aber: „Die Freistellung war leider alternativlos“, so Blume.

Diese Nachsicht stieß wiederum der bildungspolitischen Sprecherin der Berliner Grünen, Marianne Burkert-Eulitz, auf. „Bei Kinderschutz hört Freundschaft auf“, sagte sie. Es gehe hier um „maximale Aufklärung“, damit sich die Situation für die Ballett-Schüler verbessere.