„It’s kaputt“

Berliner Transporteure zerstören 140.000 Euro teuren Flügel

Klavierträger ließen in Berlin den Konzertflügel der berühmten Pianistin Angela Hewitt fallen. Die Kanadierin ist am Boden zerstört.

Angela Hewitt an ihrem Fazioli-Flügel.

Angela Hewitt an ihrem Fazioli-Flügel.

Foto: Keith Saunders

Berlin. In einem emotionalen Post auf ihrer Facebook-Seite trauert die berühmte kanadische Pianistin Angela Hewitt um ihren italienischen Fazioli-Flügel vom Typ F278. Klavierträger hatten das mindestens 140.000 Euro teure, etwa 600 Kilogramm schwere Instrument beim Transport fallen lassen. Das Unglück ereignete sich, als die Pianistin in Berlin gerade Aufnahmen zu einer CD mit Beethoven-Stücken abgeschlossen hatte.

„Die Klavier-Transporteure kamen in die Regie… um zu sagen, dass sie mein kostbares Fazioli Grand Piano fallen lassen haben“, schrieb Hewitt auf Facebook. Der Flügel wurde laut Hewitt so schwer beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr sinnvoll ist. Unter anderem sei der Eisenrahmen gebrochen. „It’s kaputt“, schrieb die Musikerin.

Pianistin Angela Hewitt: „Ich liebte diesen Flügel, er war mein bester Freund, mein Gefährte“

Hewitt scheint über den Verlust des Instruments untröstlich zu sein. „Ich liebte diesen Flügel, er war mein bester Freund, mein Gefährte“, schrieb die klassische Musikerin. Sie habe alle ihre CD-Aufnahmen in Europa auf diesem Flügel gemacht und auf ihm auch viele Konzerte gegeben. „Ich hoffe, mein Klavier ist im Klavier-Himmel“, beendete Hewitt ihren Facebook-Eintrag. Kleiner Trost für die Künstlerin: Hewitt wird sich demnächst in der Fazioli-Manufaktur in Sacile (Friaul-Julisch Venetien) einen neuen Konzertflügel aussuchen dürfen, wie sie schrieb.

Die 1958 in Ottawa geborene Pianistin hat sich vor allem als Interpretin der Klavierwerke von Johann Sebastian Bach einen Namen gemacht. Im Juni soll Hewitt beim Leipziger Bach-Fest als erster Frau überhaupt die Bach-Medaille verliehen werden.