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„La Gomera“: Pfeif auf den Film Noir

„La Gomera - Verpfiffen und verraten“ ist eine Gangsterkomödie, die wie traditionelle Bauern per Pfeifen kommuniziert. Das ist pfiffig

Amour fou: Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) und die Femme Fatale Gilda (Catrinel Marlon).

Amour fou: Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) und die Femme Fatale Gilda (Catrinel Marlon).

Foto: dpa

Ein Gangsterfilm mit findigen Überraschungen und gespickt mit Filmzitaten: „La Gomera – Verpfiffen und verraten“ des rumänischen Regisseurs Corneliu Porumboiu reiht sich ein in die zahlreichen Hommagen an den Film Noir, punktet aber mit einem besonderen Clou. Um ih- ren Coup zu landen, versichern sich die kriminellen Akteure hier einer Tradition der kanarischen Inseln, der Pfeifsprache El Silbo.

Der „Silbo Gomero“ ist eine bis heute praktizierte Form der Kommunikation mittels Pfeifen, mit der sich Bauern auf den Fel- dern und in den Bergen von La Gomera auch über weite Strecken verständigen. Wie schwierig es ist, das zu erlernen, bekommt der korrupte Polizist Cristi (Vlad Ivanov) zu spüren. Er soll einer Verbrecherbande helfen, den Fa- brikanten Zsolt (Sabin Tambrea) aus dem Gefängnis zu befreien.

Spannend bis zum Schluss

Er ist der einzige, der weiß, wo die 30 Millionen Euro Schwarzgeld versteckt sind, auf die alle scharf sind. Da Cristi in Bukarest wegen undurchsichtiger Machenschaften überwacht wird, wird er zum Sprachkurs auf die Urlaubsinsel verfrachtet. So kann die Bande den Kontakt aufrechterhalten. Was in dem klug verschachtelten Film für komische Momente sorgt.

Natürlich gibt es, wie es sich für einen Neo-Noir gehört, mit Gilda (Catrinel Marlon) auch eine Femme fatale, die Christi den Kopf verdreht. Bald stellt sich in der in coolen Bildern und mit überraschenden Wendungen erzählten Geschichte heraus, dass nichts ist, wie es scheint. Spannend bis zum Schluss.

Komödie Rumänien /Frankreich / Deutschland 2019 97 min., von Corneliu Porumboiu, mit Vlad Ivanov, Catrinel Marlon, Sabin Tambrea, Rodica Lazar