Hauptrolle Berlin

Ben Becker über sechs Film-Diven auf einem Haufen

Ben Becker zeigt „Comedian Harmonists“ 22 Jahre nach seiner Premiere noch einmal im Zoo Palast. Und erzählt hinreißende Anekdoten.

Ben Becker mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Zoo Palast

Ben Becker mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Zoo Palast

Foto: Jörg Krauthöfer

„Comedian Harmonists“, die Film-Hymne auf das legendäre Berliner Sangessextett, feierte fast genau vor 22 Jahren Premiere im Zoo Palast. Am 3. Dezember stellte ihn Ben Becker, einer der Harmonists-Darsteller, noch einmal in der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“, die die Berliner Morgenpost gemeinsam mit dem Kino veranstaltet, vor.

Und erzählte dabei hinreißende Anekdoten, mit denen er Lachsalven im ausverkauften Saal erntete und wie in einem seiner Bühnenprogramme über das ganze Podium tänzelte, um seine Schilderungen mit großen Gesten zu unterstreichen.

Immer hat er bei den Einsätzen gepatzt

Bei den Dreharbeiten sei so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte, meint Becker. Sechs Diven seien da aufeinandergeprallt, und da habe es durchaus Rangeleien, Eifersüchteleien und Machtspielchen gegeben. Darum verstehe er sich heute eigentlich nur noch mit Kai Wiesinger gut – der hat im Film den Pianisten gespielt. Mit den anderen Ko-Stars sei das Verhältnis eher schwierig.

Und das habe, gibt Becker offen zu, vor allem an ihm gelegen. Sie hätten zwar nicht selber gesungen – man wollte ja die Stimmen der originalen Harmonists ehren –, aber die komplizierten Arrangements musste man playback schon nachspielen. „Und die anderen“, grinst Becker, „haben alle früher im Kirchenchor gesungen oder so. Nur ich habe ständig gepatzt.“

Größter Aussetzer mitten auf dem Time Square

So auch später bei Dreharbeiten in New York, wo Regisseur Joseph Vilsmaier auf Drehgenehmigungen pfiff und einfach drauflos drehte. Auch auf dem belebten Time Square. Hinterher fiel Becker ein, dass er seine moderne Sonnenbrille aufhatte, keine historische aus den 30er-Jahren. Kleinlaut hat er es zugegeben, Vilsmaier hat getobt, die anderen wie immer die Augen gerollt. Und dann hat man halt noch mal illegal gedreht.

Auch nach dem Dreh mussten die Sechs weiter zusammen hocken: in einer Kinotour durch die halbe Republik. Trotzdem hat Becker nur gute Erinnerungen an den Film und die Lebenszeit, die er damit verbindet. Und für Vilsmaier hätte er sowieso alles gespielt. Dem verdanke er sein „Coming-Out im Kino“, wie er sagt. Selbst wer den Film schon kannte, hat ihn nach diesen Schilderungen noch mal ganz neu gesehen.

Als Nächstes wird in der Filmreihe am 7. Januar Billy Wilders Klassiker „Eins, Zwei, Drei“ gezeigt. Zu Gast ist dann Rainer Rother, der künstlerische Direktor des Filmmmuseums Berlin.

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