Bühne

Der Admiralspalast rüstet sich für die 20er-Jahre

Die Revue „Berlin Berlin“ präsentiert den berühmt-berüchtigten Tanz auf dem Vulkan und das wilde der Stadt in den Goldenen Zwanzigern.

Die Stars der Show „Berlin Berlin“ gaben am Freitag erste Kostproben. Auf dem Sofa unverkennbar: eine Marlene-Dietrich-Darstellerin.

Die Stars der Show „Berlin Berlin“ gaben am Freitag erste Kostproben. Auf dem Sofa unverkennbar: eine Marlene-Dietrich-Darstellerin.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Blonde Locken, schwarzer Zylinder, blutroter Lippenstift, Hosenträger über weißer Bluse und eine Zigarette mit Spitze. Unverkennbar Marlene Dietrich. Nina Jankes schlüpft in ihre Rolle und singt mit dunklem Timbre „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Ihre Dietrich ist sicher die populärste Rolle in der Revue „Berlin Berlin“, die am 19. Dezember im Admiralspalast Weltpremiere feiert. Die Macher der „Großen Show der Goldenen 20er Jahre“, so der Untertitel, haben die Produktion am Freitag auf einer Pressekonferenz vorgestellt und erste musikalische Eindrücke gegeben.

Regisseur Christoph Biermeier will die 20er-Atmosphäre auf die Bühne bringen: „Deutschland lag nach dem Ersten Weltkrieg am Boden. Berlin stieg wie ein Phoenix aus der Asche auf. Plötzlich war hier alles möglich.“ Viel verraten will er eigentlich nicht. Die Zuschauer sollen schließlich überrascht werden. Nur so viel: Die großen Stars jener Jahre sind mit von der Partie. Dabei fallen erwartbare Namen. Wie die Comedian Harmonists, die erste Boygroup der Welt. Oder Ausdruckstänzerin Anita Berber, die als erste Frau Smoking trug und so die Mode nachhaltig beeinflusste. Und natürlich Marlene Dietrich. Sie kam allerdings erst Ende des Jahrzehnts groß raus.

Die Revue verbindet verschiedenste Stile wie Charleston und Schlager

Natürlich fehlt auch Nackttänzerin Josephine Baker nicht. „Sie ist wie ein Komet eingeschlagen“, so Biermeier, „spazierte mit ihrer Entourage und ihrem Schoßhündchen, einem Leoparden namens Chiquita, durch den Tiergarten.“

Nur eine der vielen kleinen Geschichten, die „Berlin Berlin“ erzählt. Die Produktion ist nämlich eine Revue, kein Musical, wie die Produzenten Ralf Kokemüller und Martin Flohr betonen. Sie verbindet daher verschiedenste Stile. Wie die Tänze Lindy Hop, Step und Charleston. Musikalisch treffen Berliner Chansons und Schlager auf internationale Jazz-Standards, fusionieren zum aufregenden 20er-Jahre-Sound.

Der „Wintergarten“ plant für Februar die Varieté-Revue „20 20“

Berlin war damals ein Magnet für Menschen aus aller Welt. Um dem Schmelztiegel Berlin gerecht zu werden, „zeigen wir nicht nur das Berliner Milieu, sondern auch die internationalen Strömungen wie den Jazz“, erzählt Biermeier. Es sind also viele Versatzstücke, die den berühmt-berüchtigten Tanz auf dem Vulkan gehörig brodeln und das wilde Berlin in den Goldenen Zwanzigern möglichst authentisch auferstehen lassen.

Auf der Bühne stehen elf Darsteller und acht Tänzer, begleitet von acht Musikern. Solo-Nummern wechseln dabei mit Tanzszenen und großem Orchestersatz. Die Revue ist der Auftakt zu einem 20er-Jubiläumsjahr. So plant etwa der Wintergarten eine Varieté-Revue namens „20 20“ im Februar. Konkurrenz machen wird man sich nicht. Denn „Berlin Berlin“ verlässt Anfang Januar die Hauptstadt und geht auf Tour.