Weihnachtskonzert

Weihnachten mit Vicky Leandros

Vicky Leandros stimmt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt auf die festlichen Tage ein – mit ihrem Gala-Konzert „Alle Jahre wieder“.

Sängerin Vicky Leandros tritt zum Weihnachtskonzert in Berlin auf.

Sängerin Vicky Leandros tritt zum Weihnachtskonzert in Berlin auf.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Der Hype um Weihnachten teilt die Menschheit bekanntlich in zwei Hälften: Die einen können von „O du fröhliche“ nicht genug bekommen. Die anderen würden am liebsten Reißaus nehmen. Vicky Leandros gehört eindeutig zu ersteren. Gibt sie doch jedes Jahr in der Adventszeit Konzerte. „Es macht mir große Freude, Weihnachtslieder zu singen“, gesteht sie mit strahlendem Lächeln beim Interview.

Es ist der letzte Termin eines wahren Interview-Marathons, den sie anlässlich ihres Weihnachts-Gala-Konzertes am 10. Dezember gibt. Vicky Leandros sieht auch nach stundenlangen Gesprächen noch perfekt aus. Mit 67 Jahren zeitlos schön. Wie man es von ihren Auftritten gewohnt ist. Bei denen trägt sie gern elegante Kleider, passgenau auf den zierlichen Leib geschneidert.

Vicky Leandros – ein Star zum Anfassen

Im vorletzten Sommer war das bei ihrem Konzert im Friedrichstadt-Palast ganz anders. Da trat Vicky Leandros in Hemdbluse und Jeans auf. Grund dafür war eine Odyssee, nachdem ihr Flug am Airport Köln/Bonn wegen eines Unwetters gecancelt wurde. Und Ausweichen auf einen anderen Flughafen war unmöglich. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Also hat sie kurzentschlossen einen Taxifahrer gebeten, sie zum Friedrichstadt-Palast zu chauffieren.

Anderthalb Stunden nach dem angesetzten Konzertbeginn stand sie auf der Bühne. Mit besagter Hemdbluse und ihrem Mega-Hit „Après toi“. Jenem Chanson also, mit dem sie 1972 den Grand Prix gewann und ihre Karriere begann. Noch heute erinnert sie sich lachend daran. Den Taxifahrer hat sie damals gleich mit auf die Bühne gebracht. Und nach ein paar Songs hat sie dann ihre Alltagskleidung gegen einen fabelhaften Look getauscht. Ihre Fans lieben sie für diese unverkrampfte Art.

Weihnachtskonzert erstmals am Gendarmenmarkt

Auch bei ihren Weihnachtskonzerten geht es zwar festlich, aber nicht weihevoll zu. Erstmals lädt sie nun zu „Alle Jahr wieder“ ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt ein. Und freut sich schon sehr darauf. „Ich möchte das Publikum in eine vorweihnachtliche Stimmung versetzen“, verspricht sie. Bei ihr gelingt das ohne viel Lametta. Mit Christbaum, Kerzenschein und Musik. Vicky Leandros vereint dabei mühelos griechische und deutsche Weihnachtstraditionen. Ist sie doch auf Korfu geboren, bevor sie 1958 mit ihren Eltern nach Hamburg kam.

Eine Besonderheit bei dem Konzert sind die etwas teureren VIP-Tickets. Wer eines besitzt, wird danach zum exklusiven Empfang mit Vicky Leandros eingeladen. „Dann wollen alle ein Selfie mit mir machen. Autogramme gibt es ja kaum noch“, weiß die Sängerin. Und erzählt vom Ursprung der VIP-Tickets. Vom ersten ihrer Weihnachtskonzerte auf Gut Basthorst. Einst ihr Zuhause. Dort hat sie mit ihrem Ex-Mann Enno Freiherr von Ruffin gelebt. „Es war ein Benefizkonzert für die Aktion ,Ein Herz für Kinder’. Ich wollte weiterhin dafür spenden und mache das nun über die VIP-Tickets seit mehr als einem Jahrzehnt“, verrät die Sängerin. Vielfach karitativ engagiert, wurde sie übrigens 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Mit 22 Familienmitgliedern unterm Weihnachtsbaum

Weihnachten ist für Vicky Leandros kein Grund, die Probleme dieser Welt auszublenden. War sie doch selbst von 2006 bis 2008 in Griechenland als Politikerin aktiv und ist auch heute noch politisch interessiert. „Wir sprechen zu Weihnachten über viele Themen, auch über Politik“, sagt sie und fügt hinzu: „Zu Weihnachten sind wir um die 22 Personen, Familie und Freunde.“ Hat sie doch drei erwachsene Kinder nebst Enkelkinder. Weihnachten bei Vicky Leandros privat ist selbstredend auch teils griechisch, teils deutsch. Unter dem erleuchteten Baum wird „Stille Nacht“ gesungen. Und die Gans in Rotwein-Orangen-Sauce bekommt von ihr eine griechische Füllung.

Am Silvester-Abend gibt sie dann noch ein Konzert in Athen. Singt auf Griechisch, Französisch und Englisch. „Die Griechen kennen viele meiner internationalen Lieder. Auch Titel, die hier nicht so bekannt sind“, sagt Vicky Leandros. Sie landete schließlich über 40 Top-Ten-Hits in Europa, Kanada und Japan. Hat in acht Sprachen mehr als 1000 Liedern eingesungen und weltweit mehr als 55 Millionen Tonträgern verkauft. In Deutschland ist sie mit dem Hit „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ indes komplett in der Schlager-Schublade gelandet, tritt am kommenden Sonnabend auch bei der „Schlagernacht“ in der Mercedes-Benz Arena auf.

Nie ganz Schlager, auch Folklore und Chanson

Dabei findet Vicky Leandros zu Recht: „Ich war nie ganz im Schlager. Ich habe immer eine Mischung aus Chanson, griechischer Musik, Folklore und Balladen gesungen.“ Sogar ihre Lieder vom Komponisten und griechischem Nationalheiligtum Mikis Theodorakis laufen hierzulande unter Schlager. „Ich nehme es gelassen“, betont Vicky Leandros und erzählt: „Bei einem Besuch habe ich mal versucht, Mikis Theodorakis den Begriff Schlager zu erklären. Er hat das nicht verstanden und meinte: ,Lieder sind Lieder. Entweder sie sind gut oder schlecht.’“

Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Vicky Leandros „Alle Jahre wieder“, am 10.12., 20 Uhr. https://www.konzerthaus.de/de/