Nachruf

Billie Zöckler ist tot: „Sie wollte einfach verschwinden“

Sie brachte die Menschen mit „Kir Royal“ zum Lachen. Nun ist Billie Zöckler mit 70 Jahren gestorben.

Freitod mit 70 Jahren. die Schauspielerin Billie Zöckler.

Freitod mit 70 Jahren. die Schauspielerin Billie Zöckler.

Foto: Tobias Hase / dpa

Sie hat die Menschen zum Lachen gebracht. Ihr Ende aber bestürzt nun ihre Fans wie ihre Kollegen. Die Schauspielerin Billie Zöckler ist mit 70 Jahren gestorben. Laut „Bild“-Zeitung soll sie sich das Leben genommen haben.

Zöckler soll an der Lungenkrankheit COPD gelitten haben, eine dauerhafte, nicht heilbare Verengung der Atemwege, bei der Betroffene unter schweren Hustenattacken, Atemnot und Auswurf leiden. Billie Zöckler soll zuletzt ohne Medikamente keine Luft mehr bekommen haben.

Billie Zöckler ist tot - Bruder: "Sie wollte einfach verschwinden"

Wie der Bruder der Verstorbenen, Stefan Zöckler, der „Bild“ sagte, soll sie ihm kurz vor ihrem Tod anvertraut haben, sie wolle trotz ihrer schweren Krankheit „nie von etwas abhängig sein, niemals in einem Pflegeheim enden“. Dafür sei sie zu stolz und zu selbstbewusst gewesen. „Mir gegenüber“, so der Bruder, „äußerte sie klipp und klar: Wenn sie es nicht aushalten kann, wolle sie einfach verschwinden.“

Die Mimin sei bereits vergangene Woche gestorben, wird unter Berufung auf die Schwägerin Martina Zöckler berichtet. Eine Freundin fand sie tot in ihrer Schwabinger Wohnung.

Billie Zöckler wurde über Nahct mit der TV-Serie „Kir Royal“ berühmt

Bekannt geworden ist Billie Zöckler mit der TV-Serie „Kir Royal“. In Helmut Dietls brillanter Satire über einen gewissenlosen Klatschkolumnisten spielte sie dessen kauzige Sekretärin Edda Pfaff, mit flammend rotem Haar, großen Kulleraugen und der leicht piepsenden Stimme. Dietl hatte die Serie bis in kleinste Rollen mit großen Stars besetzt. Die einzige unter den fünf Hauptdarstellern, die noch weithin unbekannt war, war die gerade mal 1,54 Meter große Billie Zöckler. Sie wurde damit, wie man so schön sagt, über Nacht berühmt.

Dabei begann die In Celle Geborene ihre Karriere zunächst als Filmcutterin, bevor sie sich für eine Laufbahn als Schauspielerin entschied. Bei ihrer Ausbildung am Münchner Prozessionstheater unter Alexeij Sagerer wurde ihr komisches Talent erkannt. Hier und im Theaterkolletiv Rote Rübe spielte sie ihre ersten Rollen.

Dann kam das Fernsehen. Ihr erster Film hieß 1982 „Die Nacht des Schicksals“. Zwei Jahre später hatte sie ihre erste Hauptrolle neben Dirk Bach in „Im Himmel ist die Hölle los“. Doch dem breiten Publikum wurde sie erst 1986 ein Begriff – mit dem Sechsteiler „Kir Royal“, über den die ganze Nation lachte.

Auf der Trauerfeier soll gelacht werden

Zöckler hat in fast 80 Film- und TV-Produktionen mitgewirkt. Doch ihre Tragik bestand darin, dass sie nie wieder einen ähnlich großen Erfolg erzielte. In Doris Dörries „Geld“ spielte sie eine tollpatschige Bankräuberin, sie wirkte auch in Großproduktionen wie Bully Herbigs „Wickie und die starken Männer“ mit oder in Serien wie „Unser Lehrer Dr. Specht“ und „Die Kinderklinik“. Aber dennoch verband jeder mit ihr erst mal nur „Kir Royal“.

Erst im Juli war Zöckler in der ARD-Komödie „Club der einsamen Herzen“ zu sehen. Gerade abgedreht wurde die Fantasykomödie „Goblin – Das ist echt Troll.“ Die wird erst postum zu sehen sein. Davor heißt es nun erst einmal Abschied nehmen. Wie der aussehen soll, das hat Billie Zöckler ihrem Bruder ebenfalls verraten. Sie wünschte sich keine Trauerfeier, auf der geweint, sondern eine, auf der gelacht wird.