Konzert

Grandiose Pfeifen, Trommeln und Tänze

Die „Music Show Scotland“ zeigt in der Mercedes-Benz Arena schottische und irische Musik und Choreographien.

Das Team der Music Show Scotland umfasst mehr als 200 Künstler.

Das Team der Music Show Scotland umfasst mehr als 200 Künstler.

Foto: Music Show Scotland

Berlin. Blitze schlagen ein, und es gewittert heftig, während Nebel im Dämmerschein der Burg aufsteigt. Nach einem sanften gälisch-keltischen Gesang hört man von Ferne Trommeln. Dazu gesellt sich das charakteristische Brummen und Pfeifen von Dudelsäcken. Und plötzlich ziehen Drummers und Pipers in die Arena ein. 120 Musiker im klassischen Schottenkilt in fünf schnurgeraden Linien. Eine imposante Parade. Einer der optischen und akustischen Höhepunkte an einem Abend, der mit glanzvollen Impressionen wahrlich nicht geizt.

Highland-Feeling in der Merceds-Benz Arena. Rund 6000 Zuschauer erleben die beeindruckende „Music Show Scotland“, eine der größten Indoor-Musikveranstaltungen der Welt. Allein die Burg, ein Nachbau des schottischen Highland Valley Castles, misst 40 Meter in der Breite, ist 15 Meter hoch und hat eine Tiefe von 6,5 Metern. Im Laufe der drei Stunden ist sie die Kulisse einer Reise durch die schottische und irische Musik. Mit betörenden Klängen vom wildromantischen Rand Europas.

120 Musiker, 45 Tänzerinnen, große Show

Die Idee dazu wurde schon vor rund zehn Jahren in den Niederlanden geboren. Die holländische Gruppe „Highland Valley Pipes and Drums“ veranstaltete dort keltische Nächte, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuten. Daraus erwuchs eine Show, für die sich mittlerweile verschiedene Pipe-Formationen zu einem großen Orchester vereinen. Hinzu kommen 45 Tänzerinnen zweier Kompanien sowie eine Band mit 20 Musikern und Sängern. Inzwischen werden für die Tournee pro Show acht Trucks für Technik und Bauten sowie sechs Busse für die über 200 Künstler gebraucht.

Ein gewaltiger Aufwand für ein einmaliges Erlebnis. Allein der Klang der Pipes and Drums ist schlicht grandios. So erhaben wie das Bild der Musiker auf allen Ebenen der trutzigen Burg. Davor zeigen unter anderem die Mainland European Highland Dancers traditionelle und moderne Choreographien.

Die Musik berührt – manchmal hart an der Kitsch-Grenze

Gespielt werden nicht nur Traditionals, sondern auch bekannte Melodien. Wie Ennio Morricones „Gabriel’s Oboe” aus dem Film „The Mission”. Oder „Amazing Grace“, das wohl berühmteste Kirchenlied der Welt. Für heutige Akzente sorgt die Band Harmony Glen, die traditionelle irische Melodien mit modernen Folk- und Popanleihen verbindet.

Längst schon hat die „Music Show Scotland“ Kultstatus erlangt. Auch wenn viele der Arrangements hart am Kitsch entlangschrammen, berührt die Musik und ist beileibe nicht nur etwas für Dudelsack-Fans. Ein so sehens- wie hörenswertes Spektakel unter der stolz auf dem obersten Burgturm wehenden schottischen Nationalflagge.