Neu im Kino

„Angel Has Fallen“: Beim dritten Fall ein bisschen anders

In der „Has Fallen“-Reihe muss Gerard Butler zum dritten Mal den US-Präsidenten beschützen. Und diesmal die eigene Unschuld beweisen.

Diesmal geht es bei Mike Banning (Gerard Butler) ums Ganze.

Diesmal geht es bei Mike Banning (Gerard Butler) ums Ganze.

Foto: Universum Film

Secret-Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) hat nur eine einzige Lebensaufgabe: jedwede Gefahr vom Präsidenten der Vereinigten Staaten abzuwenden. Dafür gibt er alles. In „Olympus Has Fallen“, Antoine Fuquas Überraschungs-Blockbuster vor sechs Jahren, legte er dafür das Weiße Haus in Schutt und Asche.
Im zweiten Teil der Action-Reihe, Babak Najafis „London Has Fallen“, blieb in der Themse-Metropole kein Stein auf dem anderen. Nun kommt mit „Angel Has Fallen“ der Abschluss der Trilogie ins Kino. Und alles ist ein bisschen anders.

Erste Bilder: der Trailer zum Film Der Held ist in die Jahre gekommen. Er wird von Schlaflosigkeit geplagt. Er hält sich mit Schmerzmitteln aufrecht. Er sehnt sich nach mehr Familienleben mit seiner Ehefrau (Piper Perabos) und Tochter. Und eigentlich kommt ihm das Angebot von Präsident Allan Trumbull (Morgan Freeman), ihn zum Chef des Secret Service zu machen, gerade recht.


Doch eine als Sicherheitsfirma getarnte Söldnerhorde macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie verübt ein Attentat auf den Präsidenten und schiebt es durch eine aufwendige Hacker-Aktion ausgerechnet Mike Banning in die Schuhe. Der versucht fortan, seine Unschuld zu beweisen.

Hochexplosive Action-Einlagen

Ja, alles ist ein bisschen anders in „Angel Has Fallen“. Regisseur Ric Roman Waugh hat sich vom Schema der ersten beiden Teile gelöst. Das mitunter allzu patriotische Wir-müssen-den-Präsidenten-und-die-Welt-retten-Heldentum rückt in den Hintergrund. Die Ein-Mann-
Armee Banning muss diesmal um das eigene Leben kämpfen. Und bekommt etwas mehr charakterliche Kontur.

Die Terror-Söldner um ihren Anführer Wade Jennings (Danny Huston), der auch noch ein alter Freund von Banning ist, wollen durch das Präsidentenattentat erzwingen, dass sie endlich wieder für die USA in den Krieg ziehen können. Okay, die Story ist nicht weniger hanebüchen als die der Vorgänger.

Vom Schutzengel zum Hauptverdächtigen

Regisseur Waugh, der auf eine langjährige Erfahrung als Stuntman zurückblicken kann, überzeugt durch einige hochexplosive Actioneinlagen. Und vertraut dabei nicht nur auf die heute gängige CGI-Technik. Mit einer Armada von Sicherheitsleuten und Hubschraubern macht sich Präsident Trumbull an der Seite von Banning auf zum Angeln an einem Bergsee.

Sie werden von einer Armada von fledermausgleichen Drohnen angegriffen. Hier sind noch echte Feuerwerker am Werk. Nur Banning und der Präsident überleben. Präsident Trumbull liegt im Koma. Banning wird vom FBI als Hauptverdächtiger verhaftet. Und flieht.

Nick Nolte in einer verschrobenen Nebenrolle

Es gibt eine imposante Verfolgungsjagd mit einem Truck durch nächtliche Wälder und einen martialisch choreographierten Showdown. Ach ja, ein Krankenhaus wird auch noch gesprengt. Und weil Mike Banning nun mal niemandem trauen kann, macht er sich auf nach West-Virginia, wo sich sein Vater, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, in einer Holzhütte im Wald verkrochen hat.

Nick Nolte spielt diesen pyromanischen Vietnam-Veteranen knurrig, verschroben und mit komödiantischer Verve. Lässt man sich erst mal auf das Genre ein, hat „Angel Has Fallen“ durchaus hohen Unterhaltungswert.

Action USA 2019, 121 min., von Roman Waugh, mit Gerard Butler, Morgan Freeman, Nick Nolte