Schlosspark Theater

Die Hallervordens: Wenn der Vater mit dem Sohne

Dieter Hallervorden hat zehn erfolgreiche Jahre am Schlosspark Theater hinter sich. Jetzt stellte er das Programm der neuen Saison vor.

Werden erstmals gemeinsam auf der Bühne stehen: Dieter Hallervorden (r.) und sein Sohn Johannes.

Werden erstmals gemeinsam auf der Bühne stehen: Dieter Hallervorden (r.) und sein Sohn Johannes.

Foto: Eventpress Hoensch

Berlin. Dieter Hallervorden ist gut aufgelegt zum Start der elften Spielzeit seines Schlosspark Theaters. Er hat allen Grund dazu, wie er auf der Jahrespressekonferenz verrät. Gerade hat die Steglitzer Bühne ihr zehnjähriges Jubiläum unter Hallervordens Intendanz mit einem Fest gefeiert. Die Resonanz war überwältigend.

Das Haus wird nicht nur im Südwesten der Stadt, sondern in ganz Berlin gut angenommen. Allen Unkenrufen zum Trotz. Die seien ihm im Herbst 2008 entgegen geschlagen, als er „mit genügend Selbstbewusstsein, aber dennoch mit Fracksausen“, wie er sich erinnert, den Vertrag im Roten Rathaus unterschrieb. Er sei zu alt, um das Theater aus dem Dornröschenschlaf zu wecken, hieß es damals.

Dieter Hallervorden und das Schlosspark Theater: Demnächst kommt der einmillionste Zuschauer

Mittlerweile hat Dieter Hallervorden es allen gezeigt. Zu Beginn der neuen Saison wird nämlich der einmillionste Zuschauer erwartet. „Und wir haben Großes vor“, sagt er im Kreis der Schauspieler und Regisseure, die mit ihm das Programm der Spielzeit gestalten. Fünf Eigenproduktionen sind neben Wiederaufnahmen und Gastspielen geplant.

Eine Neuerung gibt es: War das Schlosspark Theater bislang ein Repertoire-Theater, wird ab sofort en suite gespielt. Die Entscheidung ist nicht nur dem Budget geschuldet. Wöchentliche Umbauten sind bekanntlich teuer. Und so können auch mehr prominente Schauspieler für Engagements gewonnen werden.

Dieter und Johannes Hallervorden mit unterschiedlicher Arbeitsdisziplin

Als Boulevardbühne bleibt sich das Schlosspark Theater in der Stücke-Auswahl treu. Unterhaltsam sollen sie sein. Gern mit Tiefgang. Gleich zur ersten Premiere am 7. September erwartet die Zuschauer ein Clou: In der schwarzen Komödie „Adel verpflichtet“ stehen Dieter Hallervorden (83) und Sohn Johannes (20) erstmals gemeinsam auf der Bühne.

Als strenger Vater, habe er hohe Ansprüche, bekennt Hallervorden Senior. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass wir unterschiedliche Herangehensweisen haben. Johannes braucht den Druck der letzten sieben Tage“, erzählt er. Er selbst sei lieber früher fertig.

Publikumslieblinge Wolfgang Bahro und Angelika Mann

Die zweite große Premiere „Ruhe! Wir drehen!“ Ende Oktober ist eine deutschsprachige Erstaufführung. Hallervorden hat die Komödie in Paris entdeckt und ins Deutsche übertragen. Er schwärmt: „Das Stück spielt in unserem Berufsmilieu mit allen Querelen.“ Mit von der Partie sind die Publikumslieblinge Wolfgang Bahro und Angelika Mann.

Laut Hallervorden ist das Stück „Ich bin nicht Mercury“ von Thomas Fendel, der es auch im Januar inszeniert, der Edelstein der kommenden Produktionen. „Mit einer extraordinären Besetzung!“ Die Highlights von Freddy Mercury und Queen werden unter anderem von den Musical-Stars Sophie Berner und Frederike Haas interpretiert, die abwechselnd auf der Bühne stehen.

Hoffnung auf langfristige Subventionen durch den Berliner Senat

Komplettiert werden die hauseigenen Produktionen von der Tragikomödie „Schmetterlinge sind frei“ im Februar und der Komödie „Zwei wie Bonnie Clyde“. Die feiert im April Premiere mit Jan Sosniok und Susan Sideropoulos, die sich schon darauf freut: „Ich musste bei Lesen des Stücks laut lachen, was selten bei mir vorkommt.“

Angesichts des ambitionierten Programms hofft Dieter Hallervorden darauf, dass der Senat das Privattheater endlich mit langfristigen Subventionen unterstützt. Immerhin 1,7 Millionen Euro an Privatvermögen hat er in das Haus gesteckt. Er findet: „Die Verantwortung lag bislang auf meinen Schultern. Eine Entlastung wäre schön.“