Auszeichnung

Angela Winkler erhält Deutschen Schauspielpreis für Theater

Gleich drei neue Preise werden beim Deutschen Schauspielpreis verliehen. Pate Ulrich Matthes hat beim Theaterpreis völlig freie Hand.

Hat Ulrich Matthes sehr beeindruckt: Schauspielerin Angela Winkler.

Hat Ulrich Matthes sehr beeindruckt: Schauspielerin Angela Winkler.

Foto: dpa

Am 13. September wird im Zoo Palast wieder der Deutsche Schauspielpreis verliehen. Neben den üblichen acht Kategorien, über die die Mitglieder des Bundesverbandes Schauspiel entscheiden, wird in diesem Jahr erstmal auch ein Theaterpreis vergeben. Und über den stimmen nicht die Mitglieder ab. Über den entscheidet ein Pate, der in jedem Jahr neu ausgewählt werden soll.

Im Jahre Eins dieser Auszeichnung sind sowohl der Pate als auch die Preisträgerin hochprominent. Ulrich Matthes, einer der versiertesten deutschen Mimen im Theater wie im Kino und nebenberuflich Präsident der Deutschen Filmakademie, hat sich für seine große Kollegin Angela Winkler entschieden. Die ist mittlerweile 75, da könnte man an einen Preis fürs Lebenswerk denken. Doch das genau soll es nicht sein.

Auszeichnung für ein inspirierendes Theatererlebnis

Der Preis soll an eine Kollegin oder einen Kollegen gehen, der dem Paten ein ganz besonderes und nachhaltig inspirierendes Theatererlebnis beschert hat. Und das hat Angela Winkler. Als Irina, die jüngste der „Drei Schwestern“ im Deutschen Theater, sei sie, schwärmt Matthes, „das freie Radikal dieser Aufführung. Alterslos, jung im Herzen, leuchtend von Erfahrung“.

Winkler ist ein Gesicht des Neuen Deutschen Films. Sie spielte die Titelrolle in Volker Schlöndorffs „Die verlorene Ehe der Katharina Blum“ und die Mutter von Oskar Matzerath in seiner oscar-prämierten „Blechtrommel“. Ihre künstlerische Heimat aber ist das Theater, wo sie etwa am Berliner Ensemble, am Deutschen Theater und an der Schaubühne für Furore sorgt. Gerade ist sie auch unter die Autorinnen gegangen: Am 10. Oktober erscheinen ihre autobiographischen Skizzen „Das blaue Zimmer“.

Ein Preis für Synchronstimmen – und einer für Inspiration

Neben dem Theaterpreis wird es noch zwei weitere neue Preise geben. Erstmals verliehen wird der Synchronpreis „Die Stimme“ – und zwar an Christin Marquitan, die unter anderem Salma Hayek, Monica Bellucci, Toni Collette und Famke Jansen ihre deutsche Stimme leiht.

Und neben dem Ehrenpreis fürs Lebenswerk, der schon eine feste Institution ist, gibt es nun auch einen Ehrenpreis Inspiration, mit dem eine Persönlichkeit oder eine Institution ausgezeichnet wird, die in besonderer Weise die Schauspielkunst gefördert hat. Die erste Preisträgerin ist die Grünen-Politikerin Helga Trüpel.

Sie hat sich, so Hans-Werner Mayer, der Verbands-Vorstand, „als EU-Parlamentarierin kontinuierlich für die Modernisierung des Urheberrechts eingesetzt und sich weder von Manipulationsversuchen multinationaler Konzerne noch gezielten persönlichen Angriffen im Internet beirren lassen.“ Damit habe sie Rückgrat bewiesen, und dafür wird sie nun ausgezeichnet.