Konzert in Berlin

Philharmoniker am Brandenburger Tor: Was man wissen muss

Das Orchester spielt unter seinem neuen Dirigenten Beethovens berühmte 9. Symphonie. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Dies wird die Bühne, auf der die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Kirill Petrenko Beethovens 9. Symphonie aufführen.

Dies wird die Bühne, auf der die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Kirill Petrenko Beethovens 9. Symphonie aufführen.

Foto: FABRIZIO BENSCH / Reuters

Was ist geplant?

Nach seinem lang ersehnten Debüt am Freitag in der Philharmonie wird der neue Chefdirigent der Philharmoniker, Kirill Petrenko, am heutigen Sonnabend das Orchester vor dem Brandenburger Tor dirigieren. Es spielt Beethovens 9. Symphonie mit dem Schlusschor über Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ als Teil der Feiern zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Dazu werden mehr als 30.000 Menschen erwartet, wie Intendantin Andrea Zietzschmann sagte.

Warum Beethoven?

Der Neubeginn mit Beethoven ist Petrenkos ausdrücklicher Wunsch. „Die Neunte enthält alles, was uns als Menschheit auszeichnet - das Gute und das Böse“, hatte er bei der Vorstellung seiner ersten Berliner Saison im April gesagt. Beethovens 9. Symphonie, uraufgeführt 1824, gilt als Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens. Ihr Schlusschor, die „Ode an die Freude“, wurde 1985 zur Hymne der Europäischen Union.

Was macht den neuen Dirigenten aus?

Mit Petrenko als dem siebten Chefdirigenten in der Orchestergeschichte beginnt für die Philharmoniker eine neue Ära. Nach dem britischen Sonnyboy Simon Rattle bekommen die Berliner einen eher öffentlichkeitsscheuen, auf den ersten Blick zurückhaltenden Maestro. Bis Mitte 2020 bleibt er auch Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.

Erst im zweiten Wahlgang hatten sich die Philharmoniker im Juni 2015 auf ihn geeinigt. Bis dahin hatte Petrenko die Philharmoniker nur dreimal dirigiert. Doch als er dann zu seinem ersten Gastauftritt nach der Ernennung nach Berlin kam, wurde für alle hör- und sichtbar, warum sich die 128 Philharmoniker mehrheitlich für ihn entschieden hatten.

Ob Mozarts Haffner-Symphonie oder Tschaikowskys Fünfte und Sechste – die Werke, die Petrenko mit den Philharmonikern aufführte, lösten stets rauschenden Beifall aus, die Philharmonie stand jedes Mal Kopf.

Lautstarker Jubel am Vorabend

Bereits am Vorabend gab es lautstarken Jubel und sehr viel Beifall für die Philharmoniker: Krill Petrenko ist bei seinem ersten Konzert als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker am Freitag begeistert gefeiert worden. Zum Abschluss von Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 spendete das Publikum in der vollbesetzten Philharmonie dem russischen Dirigenten und dem Orchester minutenlangen Applaus.

Auch die Solisten Marlis Petersen (Sopran), Elisabeth Kulman (Mezzosopran), Benjamin Bruns (Tenor) und Kwangchul Youn (Bass) sowie der Rundfunkchor Berlin bekamen Ovationen.

Petrenko ist der siebte Chefdirigent in der 137-jährigen Geschichte des Orchesters. Er war vor vier Jahren zum Nachfolger von Simon Rattle von dem Orchester in die Position gewählt worden. Bis 2020 bleibt er auch Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.

Als erstes Stück des Abends dirigierte Petrenko Alban Bergs symphonische Stücke aus seiner Oper „Lulu“.

In seiner ersten Spielzeit wird der russische Dirigent mit den Philharmonikern auf Deutschland-Tournee gehen und zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs ein Konzert in Tel Aviv geben.

Was ist vor Ort wichtig?

Das Konzert beginnt um 20 Uhr (Einlass 18 Uhr). Der Eintritt ist frei, aber es sind maximal 32.000 Besucher zugelassen. Die Eingänge sind an der Ebertstraße Nord und Süd sowie an der Straße des 17. Juni in Höhe Yitzhak-Rabin-Straße. Für Rollstuhlfahrer gibt es eine Tribüne im Lindenhalbrund mit Blick auf die Bühne und separatem Eingang am Simsonweg/Ecke Scheidemannstraße. Das Konzert wird auf zwei LED-Wände übertragen. Aus Sicherheitsgründen dürfen keine sperrigen Gegenstände wie Klappsitze oder Hocker mitgebracht werden. Ebenfalls untersagt ist das Mitführen von Stockschirmen, Glasflaschen oder Rucksäcken, die größer als DIN A3 sind, Laserpointer, Drohnen oder Waffen jeglicher Art. Es gibt keine Möglichkeit der Gepäckaufbewahrung. Im Gegensatz zur Waldbühne sind am Brandenburger Tor keine Picknickkörbe zugelassen. Vor Ort werden Getränke und ein kleiner Imbiss angeboten. An der Aufführung von Beethovens 9. Symphonie ist der Rundfunkchor Berlin beteiligt. BM/dpa