Kultur

Lange Nacht der Museen: Das erwartet die Besucher

75 Berliner Häuser und Ausstellungen beteiligen sich an der Langen Nacht der Museen am 31. August. Einige sind erstmals dabei.

Besucher der Langen Nacht der Museen in Berlin stehen vor dem Alten Museum an.

Besucher der Langen Nacht der Museen in Berlin stehen vor dem Alten Museum an.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Zu einer besonderen Uhrzeit öffnen die Berliner Kunsthäuser wieder ihre Türen: Am Sonnabend, den 31. August, findet die 39. Lange Nacht der Museen statt. Von 18 Uhr bis 2 Uhr werden 75 Museen nicht nur ihre Ausstellungen zeigen, sondern allen Interessierten auch ein vielfältiges Programm bieten.

Tanzperformances, Sonderführungen, Lesungen, Konzerte, Filmvorführungen – insgesamt 750 Veranstaltungen umfasst das diesjährige Programmheft. Zu den verschiedenen Stationen gelangen die Besucher der Langen Nacht mit Shuttle-Bussen. Acht verschiedene Linien stehen dafür zur Verfügung, vier davon starten und enden am Brandenburger Tor/Straße des 17. Juni.

Zehn Museen sind dieses Jahr neu dabei. So zum Beispiel die im Juli eröffnete James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel. Hier wird die Lange Nacht auch starten: Auf der imposanten Freitreppe des David-Chipperfield-Baus wird das Landesjugendballett der Staatlichen Ballettschule Berlin um 18 Uhr zu Klängen von Karl Jenkins’ Streichersuite „Palladio“ tanzen.

Die Lange Nacht der Museen in Berlin - das komplette Programm finden Sie hier

Lange Nacht der Museen in Berlin: Haus Bastian öffnet erstmals

Auch das gegenüberliegende Haus Bastian wird am 31. August zum ersten Mal seine Türen öffnen. Verschiedene künstlerisch-kreative Workshops laden die Besucher ein, das als Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen neu eröffnete Haus zu entdecken.

Nicht zum ersten Mal, aber nach langer Pause wieder dabei ist die Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum an der Oranienburger Straße. Ein Highlight hier: Die Besucher können live miterleben, wie ein heiliger, sakraler Text entsteht. Denn nachts wird Klafim, Pergamentstücke mit einem handgeschriebenen Ausschnitt der Tora, angefertigt. Zudem findet eine Lesenacht „Berlin–Jerusalem, Jerusalem–Berlin“ statt. Bei einer Führung können außerdem die Gebetsräume der Synagoge besichtigt werden.

Andere Museen, die dieses Jahr neu mitmachen, sind: das Panorama am Pergamonmuseum, die Königliche Porzellan-Manufaktur KPM, das Palais Populaire, der Historische Hafen, das Schloss Biesdorf, das Heimatmuseum Zehlendorf und die Wanderausstellung „Der Krieg und ich“.

Kulturforum stimmt auf Bauhaus-Woche ein

Natürlich darf bei der Langen Nacht der Museen auch das Bauhaus nicht fehlen. Denn Berlin feiert in diesem Jahr das 100-jährige Gründungsjubiläum der berühmten Designschule. Im Kulturforum am Potsdamer Platz stimmt deshalb ein vielfältiges Programm auf die vom 31. August bis 8. September stattfindende Bauhaus-Woche ein.

Zu sehen ist dort unter anderem eine Miniaturversion des Dessauer Bauhauses, errichtet vom Tinyhouse-Erfinder Van Bo Le-Mentzel. Mit einer Virtual-Reality-Brille können Interessierte zudem die Säle des Bauhauses in Dessau besichtigen. Und ob Bauhaus-Klassiker wie Marcel Breuers Stahlrohrsessel „Wassily“ oder Mies van der Rohes „Barcelona Chair“ nur schön oder auch praktisch sind, kann vor Ort getestet werden. Mit vielen weiteren Programmpunkten wird im Kulturforum bis 3 Uhr nachts die Eröffnung der Bauhaus-Woche gefeiert.

Kinder-Programm im Spionagemuseum und im Deutschen Historischen Museum

Und auch die kleinen Gäste sollen nicht zu kurz kommen: So kann zum Beispiel im Deutschen Spionagemuseum mit Geheimtinten experimentiert und im Deutschen Historischen Museum die historischen Vorbilder aus „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ kennengelernt werden.

35.000 Tickets wurden im vergangenen Jahr für die Lange Nacht verkauft, sagt Annette Meier vom Mitorganisator Kulturprojekte Berlin GmbH. Nicht miteingerechnet seien Kinder unter zwölf Jahren, sie müssen keinen Eintritt bezahlen.

Doch die Lange Nacht erreicht nicht nur immer mehr Menschen, sondern vor allem auch viele Erst-Besucher: Deren Anteil lag 2018 bei mehr als 50 Prozent. Ein Grund dafür ist sicher, dass es, wie Meier sagt, „eine andere Art des Museum-Erlebens ist, es ist wirklich ein Erlebnis“.