Konzert

Fanmeile für die Philharmoniker am Brandenburger Tor

Beim Open-Air-Konzert am Brandenburger Tor stellt sich am 24. August der neue Chefdirigent Kirill Petrenko vor.

 Mehr als 30.000 Besucher werden zum Open-Air-Konzert am Brandenburger Tor erwartet, bei dem sich Kirill Petrenko als neuer Chefdirigent der Berliner Philharmoniker präsentiert.

Mehr als 30.000 Besucher werden zum Open-Air-Konzert am Brandenburger Tor erwartet, bei dem sich Kirill Petrenko als neuer Chefdirigent der Berliner Philharmoniker präsentiert.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin. „Das wird eine der ersten Fragen der Philharmoniker an mich sein“, sagt Intendantin Andrea Zietzschmann bei der Pressekonferenz. Sie meint die Frage der Musiker, wo sie ihre Fahrräder am Sonnabend abstellen können. Die Parkplatzplanung ist wichtig, denn rund ums Brandenburger Tor wird es wieder einmal dichtes Gedränge geben.

Mehr als 30.000 Besucher werden zum Open-Air-Konzert erwartet, bei dem sich Kirill Petrenko als neuer Chefdirigent der Berliner Philharmoniker präsentiert. Es wird eine Fanmeile geben, sagt rbb-Intendantin Patricia Schlesinger am Dienstag im Hotel Adlon mit Blick aufs Brandenburger Tor, und fügt hinzu: „Mit besserer Musik.“

Brandenburger Tor: Open-Air-Konzert Teil der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Mauerfalls

Mit Ludwig van Beethovens 9. Symphonie und Musik von Alban Berg startet Kirill Petrenko offiziell am Freitag als Chefdirigent. Die Proben dafür haben am Montag begonnen. Das Konzert aus der Philharmonie wird auch in rund 145 Kinos in Europa, darunter elf Kinos daheim in Berlin, übertragen. Am Tag darauf spielt das Orchester die Symphonie mit dem populären Schlusschor über Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ vor dem Brandenburger Tor als Teil der Feiern zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

Die beiden Intendantinnen versprechen „magische Momente“ und laden das Konzertereignis bei der Pressekonferenz am Dienstag mit reichlich Symbolik auf.Denn dazu kommt noch das bevorstehende Jubiläum zu Beethovens 250. Geburtstag, das obendrein mit Kirill Petrenkos Amtsantritt bei den Philharmonikern zusammen fällt.

Intendantin Andrea Zietzschmann entschuldigt sich

Jeden gereifteren Menschen kann man befragen, wie er den 9. November 1989 wahr genommen hat. Jeder hat seine Geschichte zu erzählen. Patricia Schlesinger war demnach zuhause und bekam einen Anruf. Die Journalistin eilte ins Hamburger Funkhaus und reiste bald schon nach Berlin.

Andrea Zietzschmann entschuldigt sich fast, weil sie nach dem Abitur gerade in den USA war und das Ganze zunächst nicht wirklich begriff. Von der „New York Times“ wurde sie als greifbare Deutsche befragt, was der Mauerfall denn bedeute. Der Artikel sei aber nicht mehr zu finden, sagt sie, „und ich bin ganz froh darüber“.

Petrenko muss die „Tagesschau“ abwarten

Vor zwei Jahren hat Andrea Zietzschmann, die zuvor in Hamburg die vier NDR-Klangkörper managte, die ihr vertraute Patricia Schlesinger angerufen und vom Plan, Kirill Petrenko am Brandenburger Tor zu präsentieren, erzählt. Die beiden Intendantinnen sprechen von 35 Hürden, die es zu überwinden galt. Jetzt überträgt der rbb das Konzert ab 20 Uhr live.

Das heißt, die Philharmoniker werden kurioserweise erst um 20.16 Uhr oder 20.17 Uhr zu spielen beginnen. Man müsse erst die „Tagesschau“ abwarten, sagt die rbb-Intendantin, davor gibt es „die Stimmen zum Spiel“. Es ist ein Großeinsatz für den Sender: Elf Kameras werden aufgestellt, 60 Mikrofone installiert und fünf Kilometer Kabel verlegt. 60 Mitarbeiter sollen im Einsatz sein.

Die Originalpartitur liegt in der Berliner Staatsbibliothek

Das Land Berlin hat einen neuen leitenden Angestellten: Von Kirill Petrenko wissen wir, dass er ein wunderbarer Dirigent ist, der sich aber öffentlich nicht äußern möchte. Was zum Beginn einer neuen Ära schade ist.

Seine Intendantin erzählt stellvertretend, dass Petrenko „die klassische Musik in die Welt tragen möchte“. Auch habe der Dirigent gefragt, wie er denn Zugang zur Staatsbibliothek bekommen könne. Dort liegt unter anderem die Originalpartitur von Beethovens Neunter. Petrenko habe das Faksimile intensiv studiert. Was er Neues entdeckt hat, wird man am Freitag und Sonnabend zu hören bekommen.