Oscar

Sieben deutsche Filme im Rennen um Auslands-Oscar

Wird es eine Lenz-, eine Kerkeling- oder eine Schirach-Verfilmung? Eine unabhängige Fachjury soll sich am 21. August entscheiden.

Caroline Link hat schon einen Auslands-Oscar gewonnen. Wird sie mit „Der Junge muss an die frische Luft“ wieder ins Rennen gehen?

Caroline Link hat schon einen Auslands-Oscar gewonnen. Wird sie mit „Der Junge muss an die frische Luft“ wieder ins Rennen gehen?

Foto: dpa

Zuletzt war der deutsche Film ja nicht mehr ganz so erfolgreich beim Auslands-Oscar. Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“ schaffte es 2017 überraschend nicht unter die letzten fünf Nominierten, Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ war in diesem Jahr zwar gleich zwei Mal nominiert (auch für die beste Kamera), ging aber leer aus.

Große Bandbreite: Die Qual der Wahl

Es ist jedes Jahr das gleiche Rätselraten: Welchen Film schickt man als offiziellen deutschen Kandidaten ins Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film? In diesem Jahr muss sich die unabhängige Fachjury aus acht Branchenverbänden zwischen sieben Filmen entscheiden.

Die Werke, die für die Auswahl eingereicht wurden, gab die zuständige Dachorganisation German Films nun bekannt. Sie stecken eine immense Bandbreite ab: Da ist zum einen der Publikumshit „Der Junge muss an die frische Luft“, die Verfilmung von Hape Kerkelings Kindheitserinnerungen, immerhin verfilmt von Caroline Link, die schon einen Oscar gewonnen hat und für einen zweiten nominiert war.

Historische Themen haben größte Chancen

Auch der Schirach-Justizthriller „Der Fall Collini“ mit Elyas M’Barek ist vertreten, der Berlinale-Überraschungserfolg „Systemsprenger“ über ein schwer erziehbares Kind sowie „Lara“, der neue Film von Jan Ole Gerster, der mit dem grandiosen Berlin-Film „Oh Boy“ bekannt wurde.

Erfahrungsgemäß haben es historische Themen aber immer einfacher in dieser Oscar-Sparte. Da gäbe es in diesem Jahr drei Kandidaten: Christian Schwochow hat gerade „Deutschstunde“, Siegfried Lenz’ Kultroman der ‘68er-Generation, neu verfilmt.

Bernd Böhlich erzählt passend zum 30. Jahrestag des Mauerfalls mit „Und der Zukunft zugewandt“ die tragische Geschichte einer verbitterten DDR-Bürgerin nach, die von Alexandra Maria Lara gespielt wird. Die ist den Amerikanern seit „Der Untergang“ bestens bekannt, und sie spielt ja auch eine kleinere Rolle im „Fall Collini“.

Nur zwei Tage für die Fachjury

Und dann ist da noch Thomas Heises mutiges Filmexperiment „Heimat ist ein Raum aus Zeit“, das einer zerrissenen Familie über ein Jahrhundert hinweg folgt. Eine Collage aus Bildern, Briefen, Fragmenten und Geräuschen. Letzteres klingt fast schon wieder zu speziell für den Oscar-Geschmack. Also doch eine Entscheidung zwischen der „Frischen Luft“ und der „Deutschstunde“? Eine unabhängige Fachjury tagt ab 20. August im München. Bereits einen Tag später soll sie sich entscheiden.