„Golden Girls“ reloaded

Fast besser als das Original: „The Golden Gmilfs“ im BKA

Mit viel Liebe zum Detail: Die Golden-Girls-Vollplayback-Drag-Show der „Golden Gmilfs“ wird im BKA-Theater frenetisch gefeiert.

„The Golden Gmilfs“ im BKA-Theater werden frenetisch gefeiert.

„The Golden Gmilfs“ im BKA-Theater werden frenetisch gefeiert.

Foto: MAD FOX Photography / Luisa del Carmen Kasper

Berlin. Man kann gar nicht anders als Eintauchen und Lachen, als „Thank You For Being a Friend“ erklingt. Der Titelsong, der bekanntlich sieben Jahre lang jede Folge der „Golden Girls“ einläutete. 180 Episoden lang lebte man quasi mit der berühmtesten Frauen-WG der Achtziger.

Die Ladys sind wieder da. Und haben sich äußerlich kaum verändert. Es ist die Rückkehr imposanter Schulterpolster und bauschig auftoupierter Haare. In geblümter Pastell-Optik entspinnt sich dazu eine Story, die so banal wie absurd und voller Pseudo-Dramatik ist. Bester Unterhaltsstoff also für einen entspannten Abend.

Von der ersten Minute an werden „The Golden Gmilfs“ im BKA-Theater frenetisch gefeiert. Ihre Golden-Girls-Vollplayback-Drag-Show ist zwar frivoler und derber als das Original, aber mit so viel Liebe zum Detail gemacht, dass der Wiedererkennungsfaktor extrem hoch ist.

Schon beim Anblick der Bühnenprospekte läuft einem dieser wohlige Schauer über den Rücken, gleich den besten TV-Freundinnen zu begegnen, die man jemals hatte. Wer kennt das lichtdurchflutete Wohnzimmer nicht, in denen die vier gemeinsam gelacht, gestritten und geredet haben. Nicht zu vergessen die Küche, in der nachts beim Käsekuchen Erinnerungen ausgetauscht und Probleme gewälzt wurden.

Die rüstigen Rentnerinnen haben Kultstatus

Egal, ob schwul, lesbisch oder hetero, die Serie um die rüstigen Rentnerinnen hat Kultstatus. Die „Golden Girls“ haben schließlich von 1985 bis 1992 Fernsehgeschichte als eine der weltbesten Sitcoms geschrieben. Nicht nur mit Witz, auch mit progressiven, gesellschaftskritischen Themen wie Homosexualität, Aids, Sterbehilfe oder Altersarmut.

Drag-Queen Jurassica Parka hatte vor einigen Jahren die Idee, daraus eine Bühnenshow zu machen. Mit ihr selbst als kluger, sarkastischer Dorothy Zbornak im monochromen silbergrauen Look. Destiny Drescher gibt die männermordende Blanche Deveraux, Margot Schlönzke ist als Rose Nylund wunderbar naiv und dämlich. Ryan Stecken als Oma Sophia Petrillo hat stets einen treffenden Spruch auf den Lippen hat.

Diesmal stellt das Quartett die Haushaltshilfe Margaret (Pan Am Drag Airlines) ein, eine Voodoo-kundige Afroamerikanerin. Sie kennt sich mit allerlei Tinkturen und Liebeszaubern aus. Sehr zur Freude von Blanche, deren Freund Norman dank eines Mittelchens verrückt nach ihr ist. Im Haushalt jedoch ist Margaret eine Niete. Deshalb wird sie gefeuert. Woraufhin sie die Gmilfs mit einem Fluch belegt.

Unterdessen stattet Dorothys lesbische Studienkollegin Jean (Tom Bola) der WG einen Besuch ab. Und verliebt sich ausgerechnet in Rose. Doch plötzlich läuft alles schief. Ganz so, als hätte Margarets dunkle Prophezeiung zugeschlagen. Selbst der geliebte Käsekuchen hilft den Girls, pardon: Transvestiten, nicht aus der Bredouille.

Bis zum Happyend müssen sich die Fab Four nicht nur gegen schräge Kalamitäten erwehren. Sie müssen sich auch durch unzählige Vollplayback-Songs und -Schlager singen, während die Zuschauer jubeln und kreischen vor Glück. Wie weiland die Golden Girls sind auch die Golden Gmilfs längst Kult.

BKA-Theater, Mehringdamm 34, Kreuzberg, Tel. 202 20 07, 5.7. um 20 Uhr, Tickets ab 19 Euro