Tempodrom

Eric Burdon auf Abschiedstournee - Eine Ikone rockt Berlin

Eric Burdon begeisterte bei dem Berliner Auftritt seiner Good-bye-Tournee im Tempodrom und spielte gleich fünf Zugaben.

Eric Burdon (Archivbild)

Eric Burdon (Archivbild)

Foto: Frank Hoensch / Redferns via Getty Images

Es scheint, als hätte Eric Burdon und Band bei den ersten beiden Konzerten der Abschiedstournee in Luzern und Stuttgart für Berlin geprobt. Nach einer Stunde riss er mit der ersten Zugabe das Publikum im halb gefüllten Tempodrom von den Sitzen. Bis zur fünften Zugabe setzte sich dann so gut wie niemand mehr hin.

Pünktlich um acht Uhr begann das Konzert, eine gute Idee bei den im Saal herrschenden Biosaunatemperaturen. Eingerahmt von einem feinem Sextett mit Bass, Gitarre, Keyboards, Drums, Saxofon und Posaune legte der weiße Altmeister aus Nordostengland mit einem Hit von 1968 los, „To love somebody“, damals mit den originalen Animals.

Im weißen Jacket, die Sonnenbrille vor den Augen, demonstrierte er mit bekannt spärlichen Bewegungen, dass es seine Stimme auch mit 78 Jahren noch in sich hat. Mehr als 60 Jahre auf der Bühne, davon 55 als Star. Eric Burdon zählt zu den Granden der Folk-, Blues- und Soul-Sänger. Von Beginn an fühlte er sich musikalisch schwarzer Musik verbunden, wie einige andere Superstars der Brit-Rock-Szene, die in den 60er-Jahren für Furore sorgen.

50 Minuten folgte Hit auf Hit

Mittwochabend gab der kleine weiße Mann mit großer Stimme, die gern als „schwarz“ bezeichnet wird, sein Abschiedskonzert. Ob er wirklich für immer von der Bühne verschwindet, wie in der Werbung angekündigt, oder nur mit der Begleitband The Animals, die mit der Originalband nichts zu tun hat, wer weiß.

Das größtenteils jenseits der 60 Jahre zählende Publikum zeigte sich vom abwechslungsreichen Sound der Band und der Bandbreite von Burdons Stimme, soulig, bluesig, funkig, leise, seufzend, schreiend, zunehmend begeistert. 50 Minuten folgte Hit auf Hit, „Soul of a Man“ vom gleichnamigen 2006 erschienen Rhythm-and-Blues-Album, „When I was young“. Bei „Spill the Wine“ erhoben sie die ersten und swingten.

Als Burdon und Band nach dem größten Hit „House of the rising sun“, kraftvoll in einer Sechs-Minuten Version dargeboten, die Bühnen verließen, verlangte das Publikum mehr, und bekam drei Zugaben. Nach einer soulig-zärtlichen Version von „Sometimes, I feel, like a motherless child“, „Don‘t bring me down“ und „Bring it on home“ tobte der Saal.

Der sichtlich mitgenommene Sänger ließ sich vom Berliner Publikum mitreißen und gab noch den Klassiker „We gonna get out of this place“ und brachte zum Schluss mit einer groovenden Version von „Hold on, I’m coming“ den Saal zum Tanzen. Chapeau Mr. Burdon, und: geile Band.