Konzert

The Beach Boys verbreiten beste Sommerlaune in Berlin

The Beach Boys sorgen bei der „Now and Then Tour“ in der Verti Music Hall für jede Menge "good vibrations".

The Beach Boys bei einem Konzert (Archivfoto).

The Beach Boys bei einem Konzert (Archivfoto).

Foto: Christophe Gateau / dpa

Berlin. Ein Gefühl von Sommer kommt auf. Was beileibe nicht nur an der Deko aus Plastikpalmen und Surfbrettern liegt. Longboards in diesem Fall, versteht sich, nicht dieser neumodische Kram. Auf der Bühne stehen nämlich die Beach Boys. Die Erfinder des Surf-Rocks. Mit Leadsänger Mike Love sorgen sie live für jede Menge "Fun, Fun, Fun" und "Good Vibrations".


Nach zwei Jahren machen The Beach Boys wieder Station in Berlin und spielen eines von insgesamt neun Konzerten in Deutschland in der fast ausverkauften Verti Music Hall. Dabei halten sie ihr Versprechen, das sie mit dem Titel ihrer „Now and Then - One Night All The Hits Tour“ gegeben haben

Es ist ein Mehrgenerationen-Konzert

Im Publikum sitzen neben vielen Veteranen des Rocks auch erstaunlich viele junge Leute. Sogar Kinder. Es sind schließlich Ferien. Ein Mehrgenerationen-Konzert vor und auf der Bühne. Dort steht von den Gründungsmitgliedern erwartungsgemäß nur Mike Love mit seinen neu formierten Beach Boys.


Die Band bestand ursprünglich im wesentlichen aus den drei Wilson-Brüdern Carl, Dennis sowie Brian, dem psychisch labilen Mastermind, dem die Rock-Geschichtsschreiber allesamt Genialität bescheinigen. Er ist der einzige noch lebende der Brüder. Zum letzten Mal war er jedoch 2012 beim 50-jährigen Jubiläum mit auf Tournee.


Seit 1998 besitzt Mike Love die Namensrechte der Band. Daher darf er das Oktett zurecht The Beach Boys nennen. Mit dabei ist neben Love auch das langjährige Mitglied Bruce Johnston, der 1965 in die Band einstieg. Mit 77 nur knapp ein Jahr jünger als Mike Love. Einst knackige Kerle, gehen beide nun überaus selbstironisch mit ihrem vorgerückten Alter um. So erklärt Love, wer sein Flashlight am Smartphone nicht findet, solle jemand jüngeren fragen. Er mache es genauso.

Niemand war öfter in den Billboard-Top-40 vertreten als die Beach Boys


Es gibt zwar kritische Stimmen, die in der jetzigen Formation lediglich ein Franchise-Unternehmen sehen. Aber Love hat zweifelsohne am Erfolg der Beach Boys maßgeblich mitgewirkt. So war er an vielen Liedern sowohl gesanglich als auch kompositorisch beteiligt. Mit der Band und ihren zahlreichen gigantischen Hits hat er Musikgeschichte geschrieben. Niemand war öfter in den Billboard-Top-40 vertreten als die Beach Boys.


Auch konzertant beweisen die Herren, warum sie noch immer weltweit als gefeierte Ikonen der Popkultur gelten. Ihr lässiger California-Rock ist in jedem Fall tanzbar und definitiv geeignet für den Jukebox-Gebauch. Bekanntlich hatten die Beach Boys ihren musikalischen Höhepunkt in den 1960er und 1970er Jahren. Seither sind sie eine amerikanische Institution und ein Synonym des ewig währenden Sommers. Allein die Songs rund ums Wellenreiten sind infationär. Darunter Hits wie „Surfin’ USA“, „Surfin’ Safari“ und natürlich das „Surfer Girl“. Klar, dass es die auch live gibt.


Jenes Credo von Sonne, Strand und Surfen propagierten die Beach Boys zum ersten Mal vor fast 60 Jahren. Also nicht so fern von der Geburtsstunde des Rock'n'Roll. Gegründet 1961 im kalifornischen Hawthorne, landeten sie 1962 gleich mit ihrem Debütalbum „Surfin’ Safari“ ganz weit vorn in den US-Charts. Sie katapultierten sich damit in die Riege internationaler Stars und avancierten zu einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Mit Songs, die nicht nur die nachfolgende Generation von Fans und Musikern prägten.

Strahlende, mehrstimmige Gesangsharmonien


Der lässige Sound kommt immer noch bestens an. Ist also nicht nur etwas für Nostalgiker. Das Markenzeichen der Beach Boys damals wie heute: strahlende, mehrstimmige Gesangsharmonien zu griffigen Melodien. Die Songs werden dazu von Badenixen gestern und heute sowie tausenderlei Surfer-Impressionen und Archivmaterial aus einem schier unerschöpflichen Beach-Boys-Fundus bebildert.


Das Erscheinungsbild der Band ist indes eher unauffällig bis brav. Einzig Johnston und Love tragen Basecaps. Letzterer ist immerhin in einem bunten Hemd erschienen. Gesanglich hört man ihnen ihre Jahre kaum an. Und das, obwohl beide die anspruchsvollen Falsett-Töne singt. Eingebunden in den markanten Satzgesang. Den die jungen Mitstreitern ebenfalls fabelhaft beherrschen.


Hits wie "California Dreaming", "Barbara Ann", "Kokomo" und natürlich die berühmten "California Girls" reihen sich dabei aneinander wie Perlen auf einer Schnur. Erst nach über zweieinhalb Stunden ist das Konzert vorbei. Die gute Laune, die man mitnimmt, hält allerdings noch lange an.

Das war die Setlist beim Konzert in Berlin

Etwa 40 Songs gehören zum Programm der aktuellen Tour der Beach Boys.

  1. Do It Again
  2. Surfin' Safari
  3. Catch a Wave
  4. Little Honda
  5. It's OK
  6. Surfin' U.S.A.
  7. Surfer Girl
  8. Getcha Back
  9. Good to My Baby
  10. You're So Good to Me
  11. In My Room
  12. Why Do Fools Fall in Love
  13. When I Grow Up (to Be a Man)
  14. Be True to Your School
  15. Don't Worry Baby
  16. Little Deuce Coupe
  17. 409
  18. Shut Down
  19. I Get Around
  20. California Dreamin'
  21. Sloop John B
  22. Wouldn't It Be Nice
  23. California Girls
  24. Dance, Dance, Dance
  25. Their Hearts Were Full of Spring
  26. Disney Girls
  27. God Only Knows
  28. Pisces Brothers
  29. Here Comes The Sun
  30. Do You Wanna Dance?
  31. Help Me, Rhonda
  32. Barbara Ann
  33. Kokomo
  34. Good Vibrations

Zugabe:

  1. California Sun
  2. Rockaway Beach
  3. Fun, Fun, Fun